Epigenetik: Sind unsere Gene wirklich unser Schicksal? | Teil 1
Shownotes
Unsere Gene gelten als festgeschrieben.
Einmal vererbt, einmal entschieden, so die lange Annahme.
Doch die moderne Forschung zeigt ein anderes Bild.
In dieser Folge geht es um Epigenetik: Das Forschungsfeld, das erklärt, warum Gene kein starres Schicksal sind.
Worum geht’s in dieser Folge?
- Was Epigenetik ist und was sie von klassischer Genetik unterscheidet
- Warum Gene an & abgeschaltet werden können
- Wie Ernährung, Stress und Lebensstil die Genaktivität beeinflussen
- Was wir von der Natur lernen können (z. B. das Bienen-Beispiel)
- Wie epigenetische Prägung weitervererbt werden kann
- und vieles mehr
Mehr über KfN - Krankenhaus für Naturheilweisen: Webseite: https://www.krankenhaus-naturheilweisen.de/ Instagram: https://www.instagram.com/kfn_naturheilweisen/ LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/krankenhaus-fuer-naturheilweisen
Disclaimer (medizinischer Hinweis): Die bereitgestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Treffen Sie keine gesundheitlichen Entscheidungen allein auf Grundlage dieser Aussagen. Wenn Sie Beschwerden haben oder eine Behandlung in Erwägung ziehen, besprechen Sie dies immer persönlich mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer anderen qualifizierten medizinischen Fachperson.
Transkript anzeigen
00:00:00: Wir werden geboren und unsere DNA steht fest.
00:00:02: Wir können nichts mehr dran ändern.
00:00:04: Und das Schicksal ist quasi vorausprogrammiert.
00:00:06: Aber ist das wirklich so?
00:00:07: Die neuesten Forschungsergebnisse zeigen, dass Epigenetik eine der spannendsten Entwicklungen der letzten Jahre ist.
00:00:13: Und diese Epigenetik ist nicht festgeschrieben, sondern sie ist uns zwar in die Wiege gelegt, aber wir können selber entscheiden, oder zum Teil selber entscheiden, welche Ausprägung wir dieser Epigenetik erlauben, fassieren oder sogar selber beeinflussen.
00:00:26: Das heißt, wir können uns selber entscheiden, wie wir unsere Genetik beeinflussen oder sie auch einfach laufen lassen.
00:00:34: Und das heißt, wir sind nicht unserem Schicksal ausgeliefert, sondern wir haben tatsächlich die Macht drüber, unsere DNA, vielleicht nicht die DNA selber, aber die Epigenetik mit ihren spezifischen Themen, die sie beeinflusst, zu steuern.
00:00:47: Und darüber sprechen wir heute und wir gehen ganz derart auch auf Beispiel darauf ein, wo das passiert ist in der Vergangenheit, so damit Sie wissen, wie eigentlich Epigenetik ist, was Epigenetik ist und diesen Teil starten wir aber direkt rein.
00:00:58: Deswegen viel Spaß!
00:01:00: Was wäre, wenn die beste Medizin nicht entweder Natur oder Wissenschaft
00:01:05: wäre, sondern beides?
00:01:07: Willkommen bei
00:01:08: Schulmedizin trifft Naturheilkunde.
00:01:10: Hier bauen wir Brücken zwischen Tradition und Innovation.
00:01:15: Zwischen Labor und Leben für ihre Gesundheit.
00:01:19: Viel Spaß bei dieser Folge.
00:01:22: Herzlich willkommen zu einem neuen Podcast-Episode unseres Podcasts.
00:01:26: Schulmedizin trifft Naturheilkunde.
00:01:28: Und heute sprechen wir über ein sehr, sehr spannendes Thema, nämlich das Thema Epigenetik.
00:01:32: Und Epigenetik ist ein faszinierendes Forschungsumfeld und wo auch vor allem in den letzten Jahren sehr viel geforscht wurde.
00:01:37: Und was unser Verständnis, was das Thema Vererbung angeht und Gesundheit absolut revolutioniert hat.
00:01:43: Und lange Zeit glauben wir alle, dass unsere Gene ja unser Schicksal bestimmen und wir das nicht verändern können.
00:01:48: Aber durch diese neue Forschung der Epigenetik wissen wir, dass die Gene nicht da sind, sondern sie können durch Lebensstil, Ernährung, Stress, Umwelteinflüsse an.
00:01:59: Und das ist natürlich etwas sehr, sehr spannend.
00:02:00: Das heißt, wir haben Gene in unserem Körper, die wir nicht unbedingt aktivieren und wir sind unserem Schicksal quasi nicht einfach nur ausgeliefert.
00:02:06: Und genau dieser... Episode sprechen wir über diese sehr spannende thematik epigenetik und wie das ganze halt verabwürgt, welche Rolle das spielt, wie wir das für uns nutzen können, wie unsere Gesundheit.
00:02:16: und dazu begrüße ich ganz herzlich Chefarzt Robert Schmidt von der KFN und ich freue mich super, dass wir darüber sprechen können, weil es auch eins deiner Lieblingsthemen ist, das Thema epigenetik und deswegen lassen wir es doch direkt rein starten.
00:02:27: Was ist epigenetik überhaupt?
00:02:29: Ja, ich möchte das vielleicht mit einem ganz eindrücklichen Beispiel beginnen und zwar die Honigbiene.
00:02:36: Ja.
00:02:37: Da gibt es natürlich die Arbeiterbienen und es gibt die Königin.
00:02:41: Aber letztendlich entscheidet sich, ob sich aus einer Biene eine Arbeiterbiene oder eine Königin entwickelt.
00:02:48: Tatsächlich vor allem über das, was die Biene während der Entwicklung zur Ernährung bekommt.
00:02:54: Also das heißt, die zukünftige Königin bekommt das Schélé Royal, so nennt man das, von den Arbeiterbienen.
00:03:03: serviert quasi und obwohl sie das genau gleiche genetische Material hat, wie die Arbeiterbiene, entwickelt sich aus ihr eine Königin, die mehrere Jahre leben kann, die fruchtbar ist im Gegensatz zu den Arbeiterbienen, die eine wesentlich kürzere Lebensdauer haben und unfruchtbar sind.
00:03:24: Und das ist eigentlich ein extrem eindrückliches Beispiel, dass der genetische Code, den wir mitbekommen haben, natürlich eine gewisse Grundlage ist, aber doch noch sehr viele Faktoren mit dazukommen, die dann letztlich entscheiden, wie unser Leben verläuft, ob wir Krankheiten entwickeln oder eben nicht, wie lange wir leben.
00:03:46: Also das heißt, da gibt es ganz viele Einflussmöglichkeiten.
00:03:49: Jetzt bei der Honigbiene wäre es natürlich vor allem die Ernährung.
00:03:53: Und sowas sehr stark beeinflussen.
00:03:57: Das ist mir jetzt bei den Menschen leider noch nicht bekannt.
00:04:02: Aber es gibt über die Ernährung hinaus noch ganz viele andere Einflussfaktoren, die sich es auf jeden Fall lohnt, genauer anzuschauen und auch einzubauen in den Alltag, weil man damit doch erheblich seine Gesundheit beeinflussen kann.
00:04:18: Ja, was total spannend ist, weil bei Bienen ist halt sehr singular.
00:04:21: Es gibt halt nicht so viele andere Faktoren.
00:04:23: Bei uns Menschen gibt es da tausende von anderen Faktoren, die noch einfließen können.
00:04:25: Aber das würde bedeuten, wenn die Königin stirbt, aus Versehen könnte.
00:04:29: Der baue ja auch wieder das Royal Gélé, einen anderen Lafer geben und die würde dann auch wieder zu Königin werden, oder?
00:04:36: Genau, genau.
00:04:37: Das ist ja
00:04:37: total genial eigentlich.
00:04:38: Genau, genau.
00:04:39: Und
00:04:40: das ist, glaube ich, also das ist spannend.
00:04:41: Das zeigt sehr, sehr genau, wie die Aktivierung funktionieren kann.
00:04:44: Rein durch die Ernährung, das was verändert wirklich.
00:04:47: Ich glaube, das können wir beim Menschen vielleicht auch ein bisschen nachvollziehen, wenn man vor allen Dingen sehr mit sehr starken, schlechten Umwelteinflüssen lebt, dann werden auch, sag ich mal, so Sachen wie Krebs relativ schnell aktiviert, während die in anderen Regionen nicht so schnell aktiviert werden.
00:05:01: Lässt sich nicht so einzeln draus kristallisieren natürlich, aber das ist schon sehr, sehr spannend.
00:05:07: Ja, also wir haben etwa zwanzigtausend Gene, unsere DNA.
00:05:13: Wenn man die ausrollen würde, dann wäre sie auch so etwa zwei Meter lang.
00:05:19: Und an diesem genetischen Material können wir vielleicht nicht so viel verändern.
00:05:25: Aber unser ganzer Körper ist ein dynamischer Prozess und es ist auch entscheidend, wann wird welches Gen abgelesen und mit welcher Häufigkeit und Intensität.
00:05:35: und da ist eine sehr hohe Variabilität.
00:05:38: Und das heißt, es gibt viele Einflussfaktoren, die steuern.
00:05:43: wird ein Gen wirklich abgelesen, wird es ganz häufig abgelesen, wird es weniger häufig abgelesen und damit lassen sich viele biologische Prozesse dann ganz erheblich beeinflussen.
00:05:55: Und so ist es eigentlich grundsätzlich auch in der Natur.
00:05:59: Die Natur ist ja ein Prozess, wo fast nichts... Umsonst ist, sage ich jetzt mal, also das heißt alle Mechanismen, die bei uns ablaufen, ob jetzt zum Beispiel proentzündlich oder antientzündlich, ob jetzt der Zeltod einer alten Zelle eingeleitet werden soll oder eben Genau das Gegenteil bewirkt werden soll.
00:06:22: Alles hat irgendwie seinen Sinn und ganz oft spielt das Verhältnis der Mechanismen zueinander eben die entscheidende Rolle, dass das sich die Waage hält und deswegen kann man eben über die Aktivierung und Deaktivierung von Genen dann ganz ganz viele Prozesse letztlich steuern.
00:06:40: Also man kann es sich vielleicht auch so vorstellen, wir haben einen ein Orchester und mit einer Partitur, das sind dann die Noten, die sind vorgegeben, aber letztendlich der Dirigent entscheidet dann immer noch, welches Instrument mit welcher Lautstärke oder Intensität wann einsetzt und dann kann sich das von Dirigent zu Dirigent dann doch sehr unterscheiden.
00:07:06: Das ist sehr, sehr spannend.
00:07:07: Was hat das denn eigentlich für eine Aushöhung dann auf unserer Verständnis von Vererbung und Schicksal?
00:07:12: Ja, also wir haben natürlich auf der einen Seite unseren Basalen genetischen Code.
00:07:18: Daran können wir natürlich nicht so viel ändern.
00:07:21: Dann wissen wir aber, okay, über die Epigenetik haben wir natürlich doch sehr, sehr viele Einflussmöglichkeiten.
00:07:29: Aber sogar diese epigenetischen Einflussfaktoren werden bis zu einem gewissen Grad weitergegeben.
00:07:37: Also das heißt, wenn ich jetzt Bevor ich zum Beispiel Mutter werde, bestimmte einen bestimmten Lebensstil pflege und damit quasi eine bestimmte Expression meines genetischen Codes forciere, dann kann das auch auf meine Nachfolgen dann weitergegeben werden.
00:07:59: Also man weiß zum Beispiel es gab im letzten Kriegsjahr durch eine weitreichende Blockade in den Niederlanden, den sogenannten Hungerwinter und zu der Zeit gab es natürlich auch Schwangere, die diese Prägung dieses extremen Hungers auch auf ihre Nachfahren weitergegeben haben, die dann eben leider, weil der ganze Körperorganismus natürlich darauf aus war, wenn Nahrung fehlt, ich muss alles was kommt, muss ich speichern und bei mir behalten.
00:08:37: Die Nachfahren hatten dann ein erhöhtes Risiko eben zum Beispiel für Diabetes, für Übergewicht, weil die einfach genetisch noch so geprägt waren, dass sie vielleicht morgen nichts mehr zu essen kriegen und eben geschaut haben, dass sie alles Speichern in ihrem Körper.
00:08:55: Also da sieht man auch, dass diese sogenannte Epigenetik jetzt nicht über Jahrtausende weiter vererbt wird, aber dass tatsächlich die unmittelbare Lebenssituation der Eltern schon auch eine Rolle spielt, wie die Epigenetik bei den Nachfolgen, Nachfolgern dann das genetische, den genetischen Code exprimiert.
00:09:21: Würde das auch bedeuten, dass du als es quasi wird dann das eine Epigen quasi aktiviert oder nicht aktiviert direkt mitgegeben?
00:09:29: oder ist es wirklich so, dass ich eine andere Art von DNA vererbt, also falls du es weißt?
00:09:32: Ne, genau.
00:09:33: Also die DNA, die bleibt gleich.
00:09:36: Aber wir haben ja vorher mal kurz gesagt, die ist ewig lang und ist sozusagen extrem aufgerollt, damit sie überhaupt in den Zellkern passt.
00:09:49: Und da gibt es dann etliche Einflussfaktoren, die eben noch bestimmen, welche Stelle dieses Kneils kann denn jetzt besonders gut abgelesen werden oder eben weniger gut abgelesen werden.
00:10:01: Da gibt es verschiedene Mechanismen.
00:10:03: Und die Mechanismen, die das steuern, sind praktisch die sogenannte Epigenetik.
00:10:12: Und deswegen ist letztlich die Gen-Sequenz identisch.
00:10:19: Aber die Faktoren, die das Ablesen eines spezifischen Genes erleichtern oder eben eher sogar erschweren und damit runter regulieren, dass es eben diese recht flexible Epigenetik und die wird einem dann auch bis zum gewissen Grad von den Eltern mitgegeben.
00:10:37: Aber man kann dann natürlich im eigenen Leben dann aktiv daran arbeiten und das auch wieder beeinflussen.
00:10:44: Also das ist sozusagen ein flexibler Prozess.
00:10:48: nicht, dass man jetzt innerhalb von vier Wochen das dramatisch verändern könnte, aber eben auf die Lebenszeit bezogen.
00:10:55: Da ist auch noch sehr viel im Fluss.
00:10:57: Das ist ja jetzt auch eine noch relativ neue wissenschaftliche Erkenntnis.
00:11:02: Und viele Beziehungen und Abläufe werden auch gerade sehr intensiv erforscht.
00:11:09: Aber es geht auf jeden Fall um eine langfristige Beeinflussung unserer Gesundheit.
00:11:15: Ich meine, die Epigenetik macht natürlich auch Sinn, weil wir, wir würden uns anschauen, dass die, auch so vielen Jahren, die Einflüsse sehr unterschiedlich waren.
00:11:24: Ich sage jetzt nicht Jahreszeiten, das ist Quatsch, da drauf waren sie alle vorbereitet.
00:11:28: Aber es gab immer wieder Phase, wo es viel zu essen gab und dann wieder wenig zu essen gab.
00:11:33: Und ich glaube, da ist es sehr spannend zu sehen, wie sich unterschiedlich sie die Epigenetik anpasst oder wo viel.
00:11:38: wo man viel umgezogen ist, ja, verhältnismäßig oder wo man mehr stationär war.
00:11:43: Und da ist es natürlich sehr spannend, dass die Epigenetik eigentlich genau dieses, ich war mal für beide Sachen ausgelegt ist, aber je nachdem was aktiviert wird, wird dann auch mehr genutzt und wird dadurch dann halt mehr und mehr angesprochen.
00:11:54: Die Frage für mich für jetzt ist, ist die Epigenetik sozusagen, ich kriege das vererbt von meinen Eltern, das heißt ich habe das als Kind, wann sind die Phasen besonders stark, wann das beeinflussbar ist, die Epigenetik?
00:12:04: Also wann wird es geprägt und ... haben wir auch schon ein bisschen darüber gesprochen, ... ... kann ich das auch noch verändern?
00:12:09: Wie verhält sich das?
00:12:11: Also letztlich ist es so, ... ... als künftige Eltern ... ... ist es tatsächlich entscheidend ... ... auch für meinen Kind, ... ... wie ich mich verhalte.
00:12:19: Also wenn ich jetzt ... ... wir haben ja schon mal auch ... ... einen Podcast gemacht ... ... über die Silent Inflammation ... ... und erörtert, ... ... welche Lebensstilfaktoren da ... ... tatsächlich anti-inflammatorisch ... ... und welche vielleicht eher pro-inflammatorisch sind.
00:12:34: Und ... Das spiegelt sich natürlich auch in der Epigenetik wieder.
00:12:39: Also das heißt, wenn ich Lebensstil Modifikationen einleite, die anti-inflammatorisch sind, habe ich eben auch in meinem Genom dann Gene aktiviert, die eben anti-inflammatorisch wirken.
00:12:55: Und diese Aktivierung muss aber immer wieder erneuert werden.
00:13:00: Also es ist nicht so, dass ich da irgendwie ein Schalter umlege und dann ist das die nächsten zwanzig, dreißig Jahre umgelegt, sondern im Prinzip diese Prozesse sind ein ständiger, fließender Prozess.
00:13:12: Ich habe Enzyme, die dafür aktiv werden müssen oder eben nicht aktiv werden müssen.
00:13:17: Diese Enzyme brauchen wiederum Co-Faktoren, also eben zum Beispiel Mikronährstoffe.
00:13:23: Also das heißt, es gibt eigentlich gar nicht so eine richtige Phase, wo man sagen könnte, na ja, jetzt ist der Käse gegessen auf gut Deutsch und jetzt braucht man dieses Thema nicht mehr berücksichtigen.
00:13:36: Aber man weiß, in der Mutter wirkt sich die individuelle Epigenetik der Mutter, also direkt auch auf die Keimzelle aus, auch während der Schwangerschaft hat das noch einen Einfluss, also das heißt, wenn man sich selber gesund ernährt, anti-entzündlich.
00:13:54: zum Beispiel gibt man auch seinem Kind eben eine anti-entzündliche Epigenetik erstmal mit, aber das muss dann lebenslang natürlich gehegt und gepflegt werden.
00:14:05: und man weiß aber immer, es ist so früh, Wie möglich sollte man im Prinzip beginnen.
00:14:12: Es ist zwar nie zu spät, was zu ändern, aber je früher man gesundheitsrelevante Dinge berücksichtigt, umso effektiver ist es natürlich und umso leichter ist es auch aufrecht zu erhalten.
00:14:24: Ja.
00:14:25: Wir haben jetzt gerade über den wissenschaftlichen Stand der Epigenetik gesprochen.
00:14:29: Da wird ja noch viel geforscht.
00:14:30: Ist es den wissenschaftlich anerkannt oder noch umstritten das ganze Thema der Epigenetik?
00:14:34: Nee, also es ist wissenschaftlich anerkannt.
00:14:37: Es ist klipp und klar, was die Epigenetik genau ist und dass diese Epigenetik eben existiert.
00:14:45: Aber es müssen noch ganz, ganz viele Details müssen noch erarbeitet werden.
00:14:50: Also man weiß bei verschiedenen Substanzen, wie sie letztendlich die Epigenetik beeinflussen, also wie auch die Mechanismen dahinter sind.
00:15:01: Man weiß aber auch bei vielen Substanzen es noch nicht ganz genau.
00:15:06: wie stark man vielleicht das eine oder andere dann tatsächlich im Prozent ausgedrückt beeinflussen kann.
00:15:13: Was es mir vielleicht für ein Benefit bringt, kann man ja heutzutage durch viele Studien dann oft schon sagen, man kann das Risiko an diesem oder jenem zu erkranken, um dreißig Prozent reduzieren.
00:15:25: Das gibt es da in diesem Sinne noch nicht.
00:15:28: Aber, dass es die Epigenetik gibt, Und die Prozesse, wie das funktioniert, das ist also völlig klar und total unbestritten.
00:15:39: Und die Naturheilkundler freuen sich natürlich nochmal ganz besonders, weil die Naturheilkundler ja schon Jahrhunderte eben predigen, gesunder Lebensstil, Ernährung, Bewegung und irgendwie ist das jedem auch logisch, aber so eine ganz knallharte Begründung wie sich das dann wirklich eins zu eins auf körperlicher Ebene widerspiegelt, die gab es ja lange nicht so wirklich.
00:16:06: Und ein Thema, das hatten wir auch schon, ist eben wirklich dieses Silent Inflammation, die durch diese Lebensstilmodifikationen extrem beeinflusst wird.
00:16:17: Und das andere ist tatsächlich die Epigenetik.
00:16:19: Also hier haben wir noch mal wirklich die wissenschaftliche Absicherung der Dinge, die jetzt gerade die Naturheilkundler eigentlich schon ganz, ganz lange intensiv verfolgen, wo jeder wusste intuitiv, naja gut, das ist ja logisch, hat man auch gar nicht so in Frage gestellt, aber jetzt haben wir wirklich auch den wissenschaftlichen Beleg, warum es letztlich so ist.
00:16:43: Ja, also total spannend.
00:16:44: Kann man denn ganz grob sagen, wie lange es dauert, bis eine ebigenetische Veränderung sichtbar wird oder einen Effekt hat oder funktioniert?
00:16:51: Ja, also da gehen wir natürlich von vielen Monaten aus oder sogar Jahren, also nicht von kurzzeitigen Effekten, aber das ist jetzt was, was tatsächlich eben noch Gegenstand der Forschung ist.
00:17:02: Aber es sind definitiv jetzt keine Kurzzeit-Effekte, dass man jetzt sagen könnte, okay, ich habe heute eine Silent Inflammation.
00:17:11: Ich verändere ganz gezielt zwei, drei Schritte und habe dann vielleicht nächste Woche schon eine signifikante Änderung.
00:17:20: Also es sind wirklich langfristige Maßnahmen.
00:17:24: Und es ist immer ein fließender Prozess.
00:17:26: Also letztendlich, wie sage ich mal auch bei dem körperlichen Training oder bei einer Diät.
00:17:31: Also sobald die Ernährung umgestellt wird, beginnt natürlich schon ein Prozess, das sich besser fühlen und das sich gesünder lebens.
00:17:42: Aber bis man dann vielleicht sein Ziel erreicht hat und dann endgültig zufrieden ist, kann es natürlich viele Monate und Jahre dauern.
00:17:49: Und dann muss man daran arbeiten, dass dieses Ergebnis auch aufrecht erhalten wird und eben nicht über die Zeit wieder verloren geht.
00:17:58: Aber da wird sich ganz, ganz viel tun.
00:18:00: Also man weiß jetzt eben bei vielen Lebensstilmaßnahmen, wie sie sich epigenetisch auswirken.
00:18:07: Teilweise vermutet man es, teilweise weiß man schon, dann weiß man es eben bei einzelnen Stoffen sozusagen auf molekularer Ebene, wie das funktioniert.
00:18:18: Also zum Beispiel ein wichtiger Stoff ist die sogenannte Buttersäure.
00:18:24: Die Buttersäure-Butterat ist was, Was als Nährsubstrat für die Zellen der Darm-Schleimhaut ganz ganz wichtig ist und anti-entzündliche Effekte hat.
00:18:36: Nicht nur im Darm, sondern tatsächlich auch auf den ganzen Körper.
00:18:40: Und hier kann man schon die Mechanismen genau nachvollziehen, wie letztendlich die Einnahme dieser Buttersäure oder von Substanzen, die darin umgewandelt werden.
00:18:52: wie das dann tatsächlich in welchen Schritten auch epigenetische Einflussfaktoren hat.
00:18:58: Oder welche Co-Faktoren zum Beispiel wichtig sind.
00:19:01: Also ich brauche zum Beispiel Vitamin B-II, ich brauche Folsäure, ich brauche Vitamin B-VI in hohen Dosierungen, damit verschiedene Schritte wirklich kontinuierlich und effektiv ablaufen können.
00:19:16: Das ihr halt nicht aus dem Mikronährstoffmangel dann verändert oder eingestellt werden müsst, ne?
00:19:22: Genau, weil man musste sich das wahrscheinlich so vorstellen, dass es eigentlich unser Körper ist ja quasi ein riesengroßer Betrieb.
00:19:31: und da passiert jeden Tag nicht nur einmal was, dass zum Beispiel ein Gen vielleicht ein bisschen enger verpackt wird oder aufgelockert wird, sondern es sind Prozesse, die sich Millionenfach jeden Tag wiederholen.
00:19:46: und wenn ich eben vielleicht jetzt ein Vitaminmangel habe und einen Schritt etwas langsamer läuft, das heißt ja nicht, dass der gleich völlig geblockt ist, aber eben zehn Prozent langsamer läuft, dann führt das natürlich schon zu einer gewissen Verschiebung, die sich auf Dauer dann auch wirklich gesundheitlich bemerkbar machen kann.
00:20:05: Ja,
00:20:06: wenn wir beim Auto sofort merken, den Prozent Leistungsverlust.
00:20:09: Genau.
00:20:10: Und es wird sich sicherlich auch noch eine ganze Menge tun, Wir haben natürlich für alle Vitamine Mikronährstoffe, haben wir natürlich gewisse Spiegel im Blut, wo man denkt, okay, das sind jetzt die Spiegel, da müsste eigentlich eine optimale Versorgung vorliegen.
00:20:28: Aber da hat man sich natürlich auch im Laufe der Zeit eher so rangetastet.
00:20:32: Das sind ganz viele Vermutungen auch.
00:20:35: Und je differenzierter man diese einzelnen Prozesse jetzt aufschlüsseln kann und nachvollziehen kann, umso mehr werden sich hier wahrscheinlich auch einige Wunschspiegel verschiedener Mikronährstoffe nochmal verschieben.
00:20:50: Also das ist ein sehr dynamischer Prozess, sehr mit der Naturheilkunde verbunden.
00:20:56: Da hat man immer das Gefühl, naja, die Naturheilkunde, das ist was, das existiert schon, da gibt es jetzt nichts Neues.
00:21:02: Aber hier ist tatsächlich ein Bereich, der sicherlich auch die naturheilkundlichen Empfehlungen nochmal ganz stark auch beeinflussen und modifizieren wird.
00:21:12: Also auch die Naturheilkunde ist eigentlich eine lebendige Wissenschaft oder Kunst.
00:21:19: Und wir wissen heute vielleicht noch nicht hundertprozentig, was man in fünfzig Jahren vielleicht etwas anderes empfehlen würde.
00:21:27: Aber das ist natürlich auch immer spannend wie ... Wie ihr natürlich auch sehr klar mit diesem klaren, ich sag mal, mit der Klarheit dran geht und sagt, okay, wir schauen, wir versuchen etwas zu empfehlen, was halt wahrscheinlich langfristig hilft, was sehr im natürlichen Einklang ist.
00:21:42: Und auch Sinn macht in dieser Logik, die du auch gesagt hast, macht der Sinn sich zu bewegen.
00:21:47: Es
00:21:48: gibt relativ wenig daran, was schlecht sein kann an Bewegung gehen.
00:21:53: Klar, wenn man dann jeden Tag Extrem-Sport macht, also jeden Tag ein Ultramarathon läuft, dann ist es wahrscheinlich irgendwann nach, dass auch negative Effekte auf bestimmte Körperteile, weil die natürlich dadurch einfach massiv belastet werden.
00:22:04: Aber
00:22:05: ich glaube, dieser Wechsel zwischen Belastung und Entlastung in dem Maße, der Körper auch sehr gut kann, mit auch ein bisschen Stress, also positiver Stress gibt es ja auch.
00:22:16: Die Muskulatur ein bisschen zu stressen bei der Bewegung, glaube ich, hat einen extrem Vorteil, weil wir dann sie auch nutzen.
00:22:23: Und wenn wir sie nicht nutzen, hat mir auch schon besprochen, dann verlieren wir sie.
00:22:26: Und natürlich, wenn wir es bewegen, triggert das wahrscheinlich auch die Epigenidik ein bisschen, die diesen Muskel erhält oder aufbaut, wie auch immer.
00:22:33: Und
00:22:34: was vielleicht noch spannend ist, ich glaube, das ist auch ganz wichtig.
00:22:38: Am Anfang habe ich gesagt, Epigenidik wird an oder ausgeschaltet, aber so ist es ja wahrscheinlich nicht.
00:22:42: Sondern das ist wahrscheinlich eine Regler, der ... komplett von null bis hundert Prozent in ganz kleinen Abstufungen abläuft und dann irgendwann hat man nur zu viel oder zu wenig von dem und dadurch entstehen Symptome die sichtbar sind.
00:22:55: Genau, also man kann sich es eben wirklich vorstellen wie ein ein laufendes Konzert und der Dirigent ist vielleicht die Summe meiner epigenetischen Einflussfaktoren.
00:23:08: Und der könnte sich natürlich zukündlich auch ein bisschen umentscheiden und sagen, okay, jetzt möchte ich vielleicht diese Instrumentengruppe etwas mehr betonen oder etwas schärfer vielleicht dirigieren oder etwas langsamer.
00:23:23: Also das ist eigentlich ein ständiger Fluss.
00:23:25: Genau.
00:23:25: Also man kann auch hier nicht sagen, dass man eine bestimmte Phase hat, wo man sich einen Dirigenten erschafft und dann fängt er eben an zu dirigieren und dann spielt er eben seinen Stiefel runter, bis er in Rente geht, sondern es ist tatsächlich ein ständiges Einfluss nehmen und ein ein ständiges Modulieren.
00:23:48: Und es ergeben sich auf Seite der Epigenetik eben tatsächlich auch noch andere interessante Faktoren.
00:23:55: Also es gibt natürlich den Prozess zum Beispiel das das Alterns und natürlich können wir unsere Jahre zählen auf dem Kalender, aber es gibt natürlich auch viele Bemühungen und Bestrebungen, ein biologisches Alter zu messen.
00:24:13: Und dann natürlich idealerweise auch signifikant zu beeinflussen.
00:24:19: Und die Messung des Epigenoms, also das heißt, welches Muster ich habe an Aktivierungen oder an Entschleunigungen bestimmter Gene, ist auch ein ganz, ganz neuer Marker, der tatsächlich eigentlich wahrscheinlich auf beste Art und Weise das tatsächliche biologische Alter bestimmen lässt.
00:24:45: Und dann kann ich natürlich auch bestimmte Maßnahmen ergreifen und dann im Verlauf gucken, okay, und hat sich jetzt dieses Epigenom eben so verändert, auch in die richtige Richtung, weil man schon auch weiß, okay, welche Gene sind eher mit gesunder Langlebigkeit verbunden, welche dann eher vielleicht nicht, wie muss das richtige Verhältnis zueinander sein.
00:25:09: Und die Epigenetik bietet natürlich nochmal auch ein Schlüssel für eine ganz individualisierte Medizin.
00:25:16: Also das heißt, ich kann ja jetzt wirklich, das kann ich bei vielen anderen Dingen auch schon, aber hier nochmal ein weiteres Modul.
00:25:23: Ich kann ja wirklich gucken, wie schaut jetzt ganz individuell bei diesen Patienten dieses Epigenom aus?
00:25:29: Was ist da, wie aktiviert und nicht?
00:25:32: Und an welchen ganz spezifischen Schlüsseln muss ich denn vielleicht ein bisschen drehen?
00:25:36: und auf was könnte der anhand dieses Epigenomes besonders gut reagieren.
00:25:41: Also ich kann nochmal ganz genau schauen, was will ich machen und was ist vielleicht besonders effektiv und kann es dann tatsächlich nicht nur am Allgemeinen befinden, sondern auch eben an Laborwerten und Messungen dann auch wirklich die Effektivität bestimmen.
00:25:57: Ja, schon Wahnsinn.
00:25:58: Wir haben ja schon über die Transgenerationale Epigenetik gesprochen, also das Epigenetik vererbt werden kann und haben auch schon ein bisschen mehr Trauma gesprochen.
00:26:06: Ich glaube, da gab es auch ein paar spannende Beispiele.
00:26:09: Was mich aber auch sehr interessieren würde ist, ob zum einen die, also welche Rolle spielt die Epigenetik in der Psychologie, besonders wenn wir es an Kinder weitergeben und vor allem das Thema, wie wird Epigenetik bei Depression Follinger forscht?
00:26:23: ... denn wir haben ja über das Hungerthema gesprochen, in den Vierlande.
00:26:28: Dadurch hatten wir dann eher eine Disposition ... ... zuzunehmen.
00:26:33: Ich kann mir aber auch vorstellen, dass das natürlich in anderen Lebenslagen, also wenn es ... ... wenn ein ... ... ein Kind, eine Geburt oder sehr viel Stress aufwächst ... ... in den ersten Jahren, aber auch schon im ... ... im Körper der Mutter, dass das sicherlich bestimmte ... ... Sachen aktivieren würde.
00:26:48: Und dann vor allem wirklich, wie sich das dann am Ende auf, ja, so was ... Wir haben ja immer mehr Depressionspatienten weltweit gesehen oder von in den westlichen Welten, ob das eine Korrelation hat oder irgendeine Kombination mit der Epigenetik.
00:27:02: Also definitiv.
00:27:03: Im Endeffekt ist es so, also man weiß ja heutzutage auch schon, dass die Neigung jetzt bestimmte psychische Erkrankungen zu entwickeln, eben tatsächlich eben auch eine Veranlagung ist, eine gewisse Prädisposition, die man mit auf den Weg bekommt.
00:27:19: aber eben vermutlich jetzt nicht dadurch, weil man halt ein bestimmtes Gen, dann Immutation hat und dann funktioniert halt irgendein Stoffwechselprozess nicht, sondern weil eben auch die epigenetische Prägung, die man aber natürlich beeinflussen kann, aber die man jetzt mal mit auf den Weg bekommen hat, eben tatsächlich sehr geprägt ist auch von dem, was die Eltern entwickelt haben.
00:27:43: und Wenn ich eben bei den Eltern jetzt eine gewisse epigenetische Prägung hatte durch eben deren Lebensstil und andere Voraussetzungen, die dazu beigetragen hat, dass das Elternteil dann eben tatsächlich eine psychische Krankung entwickelt hat, dann ist das natürlich etwas dieses Setting, was ich dann auch an meine Nachfolgen weitergeben kann und damit haben die dann natürlich auch erstmal ein Päckchen an Bord, was auch mit einem erhöhten Risiko einhergeht, die Problematiken zu entwickeln, die jetzt die Eltern zum Beispiel entwickelt haben.
00:28:26: Also das heißt, es ist nicht so, dass da irgendwo steht, du musst jetzt eine Depression entwickeln, aber es ist wiederum eine gewisse Prädisposition.
00:28:37: Und ich habe dann alle Chancen im Laufe des Lebens, das Risiko wiederum zu minimieren.
00:28:45: Aber ich gehe erst mal mit so einem Starterset ins Leben, wo ich sicherlich ein etwas erhöhtes Risiko wieder habe.
00:28:53: Und es geht sogar soweit, dass man eben auch weiß, okay, wenn ich jetzt einen Elternteil habe mit einer bestimmten psychischen Erkrankung, und er hat zum Beispiel gut angesprochen auf dieses oder jenes Medikament, dass man dann sogar sagt, okay, und wenn jetzt die Kinder auch an dieser psychischen Erkrankung erkranken, dann macht es doch vor allem Sinn, gerade das Medikament, was jetzt bei den Eltern gut geholfen hat, da ganz als erstes mal zu probieren, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, weil eben auch dort bei diesen Erkrankungen ... viel individueller eben geguckt werden müsste eigentlich und es wird auch mehr und mehr kommen, sodass man viel besser differenzieren kann, welches ganz genaue Medikament werde ich hier jetzt am besten, bisher muss man das ja auch viel probieren, aber hier sieht man eben schon so die ersten Schlüsse von den Eltern auch auf die Kinder im Endeffekt.
00:29:51: Das verstehe ich.
00:29:52: Ist denn das beim Thema Depression, ist es dann wirklich epigenetisch oder ist es etwas, was die sich auch durch die Verhaltens, vielleicht auch eine allgemeine Frage dazu, wie weit ist epigenetik und Verhaltensimitation der Kinder?
00:30:09: ein Faktor.
00:30:10: Also wissen ja alle, die Kinder wachsen mit ihren Eltern auf und lernen die Verhaltensweisen ihrer Eltern sofort.
00:30:15: Genau.
00:30:15: Und spiegeln
00:30:16: die quasi wieder, weil sie die natürlich vorgelebt bekommen und das auch ein ganz wichtiger Faktor ist, um halt in dieser Umgebung zu überleben, wie sie reingeboren worden sind.
00:30:23: Und da ist die Frage, wie ist die Epigepinitik und wie ist das Thema Verhaltensspiegelung?
00:30:28: Wie, in welchem Verhältnis steht das und ist es...
00:30:30: Genau, also das sind natürlich alles... zum einen voneinander unabhängige Einflussfaktoren, die natürlich eine ganz extreme und ganz ganz wichtige Rolle spielen.
00:30:41: Also jetzt auch beim epigenetischen Setting, es ist ja im Endeffekt auch nur so, dass man gewisse Wahrscheinlichkeiten erhöht oder erniedrigt, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt.
00:30:53: Und dann kommen natürlich noch andere Faktoren mit dazu.
00:30:55: Und da ist natürlich das Erleben auch und das Erleben der Eltern dann und andere Lebensfaktoren sind da ganz entscheidend und ganz wichtig.
00:31:06: Und natürlich wirken die sich auch unmittelbar wieder auf die epigenetische Ausgangslage.
00:31:15: Also das heißt, selbst wenn ich jetzt vielleicht mit einem epigenetischen Muster ins Leben starte, was jetzt die Wahrscheinlichkeit für eine Depression deutlich erhöht, entscheide natürlich dann trotzdem Erziehungsstil.
00:31:31: Wie geht es mir in der Schule?
00:31:33: Wie ernähre ich mich?
00:31:34: Wie bewege ich mich?
00:31:35: Was kommen sonst für belastende oder positive Ereignisse dazu?
00:31:39: nehmen ja unmittelbar wieder Einfluss auf die epigenetische Konstellation.
00:31:45: und unabhängig von diesem Einfluss auf die epigenetische Konstellation spielt es natürlich auch eine Rolle, was wird mental wie verarbeitet, wo entstehen Drucksituationen?
00:31:57: und das ist dann nochmal ein unabhängiger Faktor eigentlich, ob man eben was entwickelt oder nicht.
00:32:03: Also das heißt, Epigenetik ist jetzt nochmal ein weiterer Faktor, den man betrachten kann, aber eben auch nur einer von vielen Faktoren.
00:32:14: Und da spielt immer ganz, ganz viel zusammen.
00:32:18: Deswegen ist es natürlich auch immer ganz wichtig, eigentlich das Thema auch ganzheitlich zu sehen, weil man im Endeffekt fast das Resümee ziehen kann.
00:32:29: Nichts, also wirklich gar nichts, was ich tue, ist ohne Einfluss letztendlich auf meine Gesundheit, auf mein Leben.
00:32:37: Und es spielt genauso eine Rolle, wie ich einen freien Sonntag strukturiere, in welcher Stimmung ich vielleicht in diesen Tag gehe, was ich da unternehme.
00:32:47: Ist wichtig, was ich wann, wie ich mich ernähre, wie ich mit Stresssituationen umgehe.
00:32:55: Also das heißt, alles spiegelt sich in gewisser Weise wieder und die Epigenetik ist eben jetzt nochmal ein weiteres wissenschaftlich entdecktes Modul, wo man sagen kann, okay, und hier kann ich es wirklich auf molekularbiologischer Ebene messen, dann tatsächlich auch.
00:33:14: Und es ist nicht mehr nur so ein Gefühl im Endeffekt, dass es wichtig ist.
00:33:18: Ja, super spannend.
00:33:19: Was mich noch interessieren würde und zwar, wir haben ja vorhin gesagt, nichts ist umsonst eigentlich und alles hat so seinen Sinn in der menschlichen Entwicklung.
00:33:27: Weil du es weißt, welchen Sinn hat Depression?
00:33:30: Ja, einfach nur weil wir gerade darüber gesprochen haben.
00:33:31: Ich frage mich manchmal so, ich verstehe schon, manche negativen Eigenschaften sozialisieren einen anders.
00:33:38: Weil ich frage mich manchmal so beim Thema Depression, welchen, also ist das etwas, was wir vielleicht auch erst entwickelt haben in der Neuzeit?
00:33:45: Gab es sowas vielleicht vor?
00:33:46: ... zwanzigtausend, fünftigtausend Jahren nicht.
00:33:49: Und wenn es das gab, ... ... welchen Sinn hatte das?
00:33:52: Oder ... ... ich meine, Midlife Crisis ... ... wissen wir, gab's vor hunderttausend Jahren ... ... wahrscheinlich nicht, weil wir da ... ... alle schon tot waren, ... ... als die dann kamen.
00:33:58: Midlife Crisis ist ja auch eher eine ... ... es ist halt nur so ein ... ... Boardbegriff für eine ... ... für eine gewisse ... ... ein gewisses Alter, aber ... ... das würde mich interessieren, ... ... ob du da eine Meinung zu hast ... ... oder ob du da irgendwie eine Information zu hast, ... ... weil ich das ...
00:34:09: Ja, ja, genau.
00:34:11: Also ich glaube, man muss ... ... fast nochmal einen Schritt ... vor der Depression anfangen.
00:34:17: Also es gibt ja natürlich viele Gefühle und die Art und Weise, wie ich vielleicht auch Lebensumstände verarbeite und die haben natürlich alle ihren Sinn.
00:34:26: Also jetzt zum Beispiel Ängste haben ihren Sinn, damit ich eben Gefahren vermeide oder mir wirklich auch Gedanken mache, wie kann ich vielleicht ein Thema besser lösen.
00:34:37: Aber natürlich Ängste im Übermaß und es kommt immer meistens auf dieses Verhältnis zueinander an, können eben dazu führen, dass es mich blockiert, dass es mich hemmt, dass ich vielleicht eine Anstörung entwickle, eine Depression.
00:34:53: Auf der einen Seite habe ich zum Beispiel dieses sogenannte Urvertrauen, was ja oft ganz wichtig ist, dass ich sage, okay, ich habe so ein gewisses Vertrauen ins Leben.
00:35:03: dass es schon laufen wird, wenn nicht was ganz Außergewöhnliches passiert.
00:35:08: Aber natürlich, wenn ich zu viel von diesem Urvertrauen habe, könnt es auch wieder dazu führen, dass ich einfach unvorsichtig werde und mögliche vermeidbare Gefahren eben vielleicht gar nicht registriere.
00:35:22: Also auch hier muss ich wieder dem Urvertrauen, wieder eine gewisse ein gewisses Misstrauen entgegensetzen, um eben so ein gesundes Mittelmaß zu finden.
00:35:33: und deswegen, da meine ich, sowohl das Vertrauen hat seinen Sinn als auch das Misstrauen und es kommt auf das Verhältnis an.
00:35:42: und wenn ich dann eben ein Missverhältnis habe, dann können sich bestimmte Erkrankungen entwickeln, die man dann zum Beispiel Depression nennt.
00:35:52: Und dann würde ich jetzt ehrlicherweise sagen, sozusagen dieses Ergebnis der Depression, dem würde ich dann gar keinen Sinn mehr zuordnen, aber eben... die Umstände, die dazu geführt haben, das Missverhältnis, da haben beide Seiten der Medaille dann schon ihren Sinn.
00:36:08: Und das ist eigentlich bei allem auch so im Körper Entzündung, Anti-Entzündung oder zum Beispiel Blutgerinnung und zu gucken, dass das Blut aber nicht gerinnt, wenn ich es gar nicht gebrauchen kann.
00:36:21: Zwischen Rücklagen von bestimmten Stoffen für schlechtere Zeiten und eben einem ungesunden Übergewicht.
00:36:30: Also das heißt, es ist alles immer eigentlich eine Balance, dann es kommt vor allem auf die Balance an und meistens ist es wirklich so, dass ein zu viel von einer Sache dann tatsächlich negativ ist.
00:36:41: und Themen sind zum Beispiel Antioxidantien.
00:36:46: Wenn man jetzt heutzutage die Möglichkeit hat tatsächlich durch durch Herstellungsprozesse hochdosiert, Antioxidantien zu sich zu nehmen, könnte man ja meinen Mensch, je mehr, desto besser, aber man weiß auch da, ne, also wenn ich es übertreibe, dann hat es eher wieder negative Effekte, weil eine gewisse Entzündungsaktivität, eine gewisse Reizung für reparative Prozesse, die brauche ich.
00:37:15: Ja.
00:37:15: Also es kommt immer irgendwie auf das Verhältnis dann zueinander an.
00:37:20: Ja, super.
00:37:22: Das macht Sinn.
00:37:23: Wie sieht es denn aus, können wir auch positive Sachen eigentlich vererben?
00:37:26: Also wenn wir so von, wir haben ja auch über die Traumata-Siebe vererben können, der transformativen Genetik gesprochen, also transgenerationale Epigenetik gesprochen, können wir denn auch positive Erfahrungen auch epigenetisch vererben?
00:37:41: Ja, genau.
00:37:41: Also ganz klar ja.
00:37:44: Also das heißt, man kann eigentlich wirklich allen Menschen eigentlich nur nahe legen.
00:37:50: dass das Verhalten und das gibt dem Wort Prävention eigentlich nochmal eine ganz neue Bedeutung, dass mein Verhalten heute tatsächlich eben auch mal in nachfolgenden Generationen beeinflusst, gesundheitlich und genauso wie ich eben durch eigene Erkrankungen oder auch einen eigenen ungesunden Lebensstil eben ein gewisses negatives Setting mit ins Leben geben kann.
00:38:17: kann ich natürlich auf der anderen Seite auch ganz bewusst versuchen, möglichst viel Positives weiterzugeben.
00:38:22: Und dann geht es natürlich nicht nur bis zur Geburt, sondern dann, wenn ich das Kind und die Nachfolgegeneration aufziehe, dann muss ich das natürlich hegen und pflegen und weiter fördern und kann damit unmittelbar mit dem, was ich mir eigentlich Gutes tue, dann auch die künftigen Generationen schon beeinflussen und denen eben ein gewisses Setting mit auf den Weg geben.
00:38:51: Also das heißt, auf gar keinen Fall nicht nur ans negative denken, sondern eigentlich auch wieder Positiv-Szenen, also das heißt, ich kann auch schon meinen Kindern gewisse Grundlagen auch sogar auf epigenetischer Ebene mitgeben.
00:39:08: Schon cool.
00:39:09: Hast du, jetzt nehmen wir mal das größte Ereignis in der Vergangenheit, was sicherlich uns alle beeinflusst hat.
00:39:15: Ich würde einfach mal sagen, die Pandemie, die wir hatten von zwanzig, zwanzig und wahrscheinlich fortlaufend.
00:39:20: Hast du da irgendwas gesehen, was sich verändert hat so aus deiner Erfahrung in der Bevölkerung?
00:39:26: Vielleicht aus epigenetischer Sicht oder ins Zusammenhang über den wir heute sprechen.
00:39:30: Genau, also da wäre es mir tatsächlich, da glaube ich nicht, dass es tatsächlich schon irgendwelche wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt, die sich jetzt da speziell auf die Epigenetik beziehen.
00:39:41: Aber es hat sich natürlich schon eine ganze Menge verändert.
00:39:44: Also allein sozusagen der Lebensumstände, also bestimmte Sachen, haben sich ganz neu etabliert oder auch, sagen wir mal, deutlich mehr etabliert wie jetzt online Termine zum Beispiel Homeoffice.
00:40:01: Dann hat man aber natürlich auch gerade in der Zeit in der man eben Kontakt sperren hatte, hatte man natürlich ganz neue Gefühle von auch Einsamkeit und da haben ja auch ganz akut eben ganz ganz viele Menschen sehr darunter gelitten.
00:40:17: und das ist dann natürlich auch wieder was was sich unmittelbar auch auf das Epigenom.
00:40:22: fest setzt und was ich dann auch nachfolge Generationen dann auch sozusagen wieder als weiteren Einflussfaktor mit auf den Weg gebe.
00:40:34: Also das heißt so ein einschneidendes Ereignis hat mit Sicherheit ganz ganz viele und dann eben muss man wirklich auch sagen leider eher negative Einflüsse auch dann auf epigenetischer Ebene.
00:40:48: Ich meine die Angst vor Spinnen zum Beispiel, als ganz klassisches Beispiel.
00:40:52: Ich glaube nicht alle, aber ich glaube ein Großteil der Bevölkerung auch in Deutschland hat einfach eine gewisse Abneigung gegen Spinnen, acht beinige Tiere.
00:40:59: Sobald das Tier nur sechs Beine hat, ist das schon wieder weg.
00:41:02: Das ist ja auch irgendwas, was tief in uns aus einer vergangenen Gefahr einfach verankert ist.
00:41:07: Weil ich gehe mal davon aus vor, weil es nicht hunderttausend Jahren waren, die Spinnen wahrscheinlich super gefährlich für uns.
00:41:11: Und heute sind sie es halt nicht mehr, aber irgendwie haben wir da eine Gefahrenlage, die natürlich total un... Die keinen Sinn macht.
00:41:19: Aber ich glaube, das ist so eine Verhaltens- beziehungsweise weitergebende Vererbung, wo wir eine übertriebene Angst haben, die sich, ich sag mal so, war zum Überleben wichtig.
00:41:29: Und jetzt bräuchten wir sie wahrscheinlich nicht
00:41:31: mehr.
00:41:31: Genau.
00:41:31: Also vermutlich spielen da sicherlich dann auch immer wieder ganz viele Faktoren eine Rolle und wahrscheinlich dann auch der ein oder andere epigenetische Faktor.
00:41:43: Aber es ist, wie gesagt, auch wirklich so, man darf sich jetzt auch nicht ausruhen und darf jetzt sagen, okay, jetzt ist alles epigenetisch determiniert.
00:41:51: Also zum einen... wird sich natürlich ganz viel tun.
00:41:54: Man weiß ja auch schon, dass die Epigenetik eben sehr, sehr stark beeinflusst werden kann.
00:42:00: Und wir haben natürlich ganz unabhängig davon auch noch mal andere Regelmechanismen.
00:42:05: Also das heißt, wenn ich jetzt zum Beispiel eine psychische Erkrankung habe oder deswegen auch eine krankhafte Angst fast schon vor Spinnen oder Mäusen, dann geht es natürlich Nicht nur darum, dass ich sage, okay, jetzt muss ich mich gesund ernähren, Bewegung, Entspannung machen, um mein Epigenom positiv zu beeinflussen, sondern dann gibt es natürlich auch nochmal die Möglichkeit, ganz gezielte andere Interventionen einzusetzen.
00:42:30: Also das heißt, das Ganze muss man... praktisch ein Betten in ein großes Ganzes.
00:42:36: Es ist nochmal was was ganz viel auch erklärt und nachvollziehbar macht, wahnsinnig spannend ist und sicherlich auch für die Zukunft.
00:42:44: Ganz ganz viele Perspektiven auch Richtung einer ganz individualisierten Medizin.
00:42:51: ermöglicht, aber es ist auch nur ein Teil tatsächlich von vielen Faktoren und man sollte jetzt nicht darauf verfallen, sich total der Epigenetik hinzugeben, sondern es mit sinnvoll mit einzubauen und zu berücksichtigen, aber natürlich all die anderen Dinge, die uns positiv und negativ beeinflussen können, spielen natürlich weiterhin eine ganz, ganz wichtige Rolle.
00:43:17: Ja, vielen Dank auf jeden Fall, dass du das schon mal einordnest für uns, weil das ist natürlich ein Thema, was super, super spannend ist.
00:43:21: Und damit kommen wir auch schon zum Ende des ersten Teils zum Thema Epigenetik, wo wir natürlich jetzt einfach mal reingegangen sind, was das Epigenetik wir wirkt sich aus und wie wichtig ist das Thema.
00:43:30: Und in unserem zweiten Teil kommen wir dann auf Epigenetik und die Krankheiten, welche Krankheiten das auswirkt und wie wir vielleicht dann auch dagegen vorgehen können.
00:43:40: Deswegen vielen, vielen Dank fürs Zuhören bis hierhin.
00:43:42: Und falls Sie mit unseren Kontakt treten wollen, dann schreiben Sie uns doch gerne ein E-Mail, die Sie unten natürlich auch in den Show Notes finden.
00:43:49: Da können Sie sich dann direkt an uns wenden mit Fragen, Anregungen und ja auch Ihren Themen.
00:43:54: Wir freuen uns natürlich auch über ein Abo des Kanals, auch ein Like und ein freundliches Kommentar natürlich.
00:44:01: Da können wir natürlich auch sehr viel mit anfangen und freut uns natürlich auch, dass wir dadurch den Kanal dann auch wachsen lassen können und dass mehr Leute von den tollen Informationen halt profitieren können.
00:44:11: In diesem Sinne wünschen wir beide auf jeden Fall Ihnen eine gesunde Woche und ich sage nur, schalten Sie gerne wieder zum Teil zwei ein, wenn es weitergeht mit der Epigenetik und wieder ganz konkrete darüber sprechen, welche Krankheiten das Ganze beeinflusst oder dann auch verhindert werden können.
00:44:25: In diesem Sinne eine wunderschöne Woche.
00:44:28: Ganz wichtig, wir machen hier einen Informationspodcast und keine direkte ärztliche Beratung.
00:44:33: Das heißt, alle Empfehlungen, die sie hier in dem Podcast hören, alle Anweisungen, die sie im Podcast hören, sind immer für ihre individuelle Situation vorher mit ihrem Arzt oder Therapeuten abzuklären.
00:44:43: Da wir ihre individuelle Situation nicht kennen, können wir nur allgemeine Empfehlungen geben, die wir natürlich aus dem fachlichen und wissenschaftlichen Kontext kennen, aber diese könnten für ihre individuelle Situation vielleicht nicht die Richtige sein.
00:44:55: Und deswegen ist es wichtig, diese immer noch mal mit ihrem Arzt und Therapeuten abzuklären.
00:45:00: Das war's mit dieser Folge von Schulmedizin trifft
00:45:03: Naturheilkunde.
00:45:05: Werden Sie zum Partner Ihrer
00:45:06: Gesundheit.
00:45:08: Bis zur nächsten Folge.
00:45:10: Bleiben
00:45:10: Sie gesund.
Neuer Kommentar