Warum natürliche Wirkstoffe anders wirken, als viele erwarten
Shownotes
Ohne Pflanzen gäbe es viele moderne Medikamente nicht.
Viele Menschen wünschen sich „etwas Pflanzliches“. Andere vertrauen ausschließlich auf klassische Medikamente.
Doch diese Trennung greift zu kurz.
In dieser Folge geht es um das Thema Phytotherapie, die wissenschaftliche Pflanzenheilkunde.
Gemeinsam mit Chefarzt Robert Schmidt ordnen wir ein, wie pflanzliche Arzneimittel wirken, wie sie zugelassen werden und warum moderne Schulmedizin ohne pflanzliche Wirkstoffe kaum denkbar wäre.
Worum geht’s in dieser Folge?
- Was Phytotherapie wirklich ist und was nicht
- Der Unterschied zwischen Hausmitteln, traditioneller Pflanzenheilkunde und Arzneipflanzen
- Warum viele Medikamente ursprünglich aus Pflanzen stammen
- Wo pflanzliche Präparate gleichwertig wirken und wo nicht
- Warum „natürlich“ keine Garantie für Verträglichkeit ist
- und vieles mehr
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Disclaimer (medizinischer Hinweis): Die bereitgestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Treffen Sie keine gesundheitlichen Entscheidungen allein auf Grundlage dieser Aussagen. Wenn Sie Beschwerden haben oder eine Behandlung in Erwägung ziehst, besprechen Sie dies immer persönlich mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer anderen qualifizierten medizinischen Fachperson.
Transkript anzeigen
00:00:00: Ja, die meisten von uns werden mit Medikamenten jeden Tag begleitet und diese Medikamente helfen uns auch, ja, die Leiden unserer verschiedenen Krankheiten klein oder groß in Schacht zu halten, zu bekämpfen.
00:00:12: Und doch oft stellen wir uns wahrscheinlich die Frage, sind diese Medikamente notwendig oder sind sie überhaupt gesund, wenn sie vor allen Dingen von den Pharmakonzernen und Unternehmen kommen.
00:00:20: Deswegen sprechen wir heute ganz klar über die pflanzlichen Alternativen, die man auch Phytotherapeutiker nennt, weil die nämlich wirklich aus der pflanzlichen Ebene kommen und da werden wir drüber sprechen, sind diese gesünder, sind diese besser, sind diese immer besser?
00:00:35: und wo kommen eigentlich die Medikamente, die wir heute nutzen her?
00:00:38: und sind die denn wirklich so schlecht.
00:00:39: Es wird sehr spannend sein, weil wir hier mit einem absoluten Experten zusammensitzen, der sich damit seit über zwanzig Jahren beschäftigt und einfach da tiefe Einblicke hat und welche Medikamente er nutzt und ob es schwarz und weiß ist oder ob es doch ganz anders ist.
00:00:51: Viel Spaß mit dieser Folge.
00:00:54: Was wäre, wenn die beste Medizin nicht entweder Natur oder Wissenschaft wäre,
00:01:00: sondern
00:01:00: beides?
00:01:01: Willkommen bei Schulmedizin trifft Naturheilkunde.
00:01:05: Hier bauen wir Brücken zwischen Tradition und Innovation.
00:01:09: Zwischen Labor und Leben, für ihre Gesundheit.
00:01:13: Viel Spaß bei dieser Folge.
00:01:16: Herzlich willkommen zu einem neuen Episode des Schulmedizin-Trifft Naturheilkunde Podcast.
00:01:21: Wir sprechen heute über was ganz spannendes, nämlich die Phytotherapie.
00:01:24: wenn Pflanzen wirken wie Medikamente.
00:01:26: Und ich glaube, es ist eines der Themen, was total spannend geworden ist, weil man ja auch davon ausgeht, dass Medikamente halt, Medikamente sind, die, ich sag mal, erzeugt worden sind von großen Farmerherstern.
00:01:37: Und ja, ich sag mal, Pflanzen, die es schon seit Jahrhunderten, Jahrtausenden, vielleicht sogar Millionen Jahren gibt, einfach vielleicht eine bessere Symbiose mit Menschen.
00:01:48: geben können.
00:01:49: Und das sprechen wir heute.
00:01:50: Nämlich die Wissenschaft der Pflanzenheilkunde.
00:01:52: Es fiel viele auch die sanfte Alternative zu den Medikamenten.
00:01:58: Und in Wahrheit sind sie auch eine hoch wirksame Medizin ganz oft und stehen vor allen Dingen ganz anderen Medikamenten, die von großen Industriefirmen hergestellt worden sind, in nichts nach.
00:02:08: Und das ist wirklich sehr spannend.
00:02:09: Zum Beispiel das Thema Johanneskraut bei leichten bis mittelschweren Depressionen genauso.
00:02:13: wirkt wie synthetische Antidepressiva.
00:02:15: Das ist echt wirklich sehr spannend.
00:02:16: Und wir haben natürlich noch ganz viele andere Beispiele.
00:02:19: Zum Beispiel Teufelskralle kann beim bestimmten Erkrankung wie Ibuprofen wirken und so was wie Mönchsfeffer bei PMS beschwerden.
00:02:28: Das ist schon super spannend.
00:02:30: Und darüber wollen wir heute sprechen.
00:02:32: Natürlich mit Chefarzt Robert Schmidt von der KFN.
00:02:35: Und du hast ja da extrem viele Erfahrungen in dem Bereich.
00:02:38: Deswegen leite uns doch mal ein.
00:02:40: Was ist denn die Phytotherapie überhaupt?
00:02:42: Und was sind da die Grundlagen?
00:02:44: Und warum ist das so genial?
00:02:45: Und ganz ehrlich, warum hört man davon so wenig?
00:02:48: Und wenn man mit vielen zu einem normalen Hausarzt geht, der sagt gar nichts dazu.
00:02:55: Genau.
00:02:55: Also das erste ganz, ganz große Thema ist natürlich erst mal die Einordnung.
00:03:01: Und da muss man, glaube ich, schon einen ganz, ganz großen Bogen spannen.
00:03:07: Also generell versuchen wir natürlich auf unsere Gesundheit therapeutisch Einfluss zu nehmen durch die Aufnahme bestimmter Stoffe.
00:03:16: Das sei jetzt mal dahingestellt, ob die chemisch synthetisiert sind, ob das Mikronährstoffe Vitamine sind oder eben pflanzenheilkundliche Präparate.
00:03:26: Und wir können das eigentlich in eine Reihe stellen.
00:03:30: Wir können sagen, die niedrigste Stufe vielleicht der Pharmazie ist die Ernährung.
00:03:37: Damit können wir natürlich schon Wirkstoffe, Nährstoffe aufnehmen.
00:03:43: Oft eben nicht vielleicht in den Mengen, dass wir wirklich sagen können, okay, wir können jetzt hier akut therapieren.
00:03:52: Aber das ist natürlich schon mal eine ganz, ganz wichtige und elementare Basisversorgung.
00:03:58: Und im Prinzip fängt hier eigentlich fast schon die Phytotherapie an im Endeffekt.
00:04:03: Dann geht es weiter.
00:04:05: Dann habe ich die nächste Stufe der Nahrungsergänzungsmittel, die natürlich heutzutage sehr aus dem Boden sprießen.
00:04:14: Allein in Deutschland gibt es ja mehrere Tausend verschiedene Nahrungsergänzungsmittel.
00:04:18: Das sind keine Medikamente, sondern hier werden eben Stoffe.
00:04:24: bei denen man das Gefühl hat, die könnten einen gesundheitlichen Benefit bringen, werden eben künstlich angereichert oder so modifiziert, dass sie auch besser vom Körper aufgenommen werden können.
00:04:36: und werden als Nahrungsergänzungsmittel verkauft.
00:04:40: Hier habe ich jetzt nicht die Nachweispflicht wie bei Medikamenten, dass es eine gewisse Wirkung erzielen muss, sondern diese Substanzen unterliegen einfach dem Lebensmittelrecht.
00:04:52: Wir müssen bestimmte Herstellungsvoraussetzungen erfüllen.
00:04:57: Und ... aber eigentlich nicht wirklich in Studien nachweisen, dass sie auch das bewirken, was vielleicht auf der Packung steht.
00:05:08: Dann habe ich die Stufe der ... Phytotherapeutiker, das sind eben pflanzenheilkundliche Arzneimittel.
00:05:16: Da kann ich auch nochmal unterteilen, es gibt die Phytotherapeutiker, die tatsächlich die gleichen Zulassungsprozesse durchlaufen haben, wie die klassischen Medikamente, wie man sich eben das da so vorstellt, mit Wirksamkeitsnachweis, mit Nebenwirkungsprofil und und und.
00:05:37: Die haben eigentlich den gleichen rechtlichen Status wie ein Ibuprofen, wie ein Penicillin, also wie die Medikamente, die man eben so ganz allgemein darunter einsortiert.
00:05:52: Und es gibt dann noch viele Phytotherapeutiker, wo man sagt, okay, die werden schon ganz, ganz lange bewährt eingesetzt.
00:06:05: Da werde ich aber gar nicht jemanden finden, der tatsächlich da das Geld auch in die Hand nimmt und sagt, okay, ich investiere jetzt viele Millionen in verschiedenste Studien, um jetzt noch mal detailliert Erwirkungsnachweise zu bringen.
00:06:21: Und hier hat man die Möglichkeit eingeräumt, dass man Phytotherapeutiker mit traditionellem Gebrauch einführen kann.
00:06:32: Das heißt, die müssen ... auf jeden Fall unbedenklich sein.
00:06:36: Die dürfen nicht schaden.
00:06:37: Das muss auch alles nachgewiesen sein.
00:06:39: Die müssen auch gewisse Qualitätsstandards nachweisen.
00:06:43: Aber es muss jetzt nicht die Wirksamkeit in großen, aufwändigen Studien bei ganz spezifischen Erkrankungen herausgearbeitet werden.
00:06:53: Und dann ... Darf ich aber auch dieses Phytopharmakon jetzt nicht bewerben als Mittelgegen, was ganz spezifisches, sondern dann darf ich explizit eben nur sagen, für den traditionellen Gebrauch zum Beispiel bei Verdauungsbeschwerden oder bei Erkältungskrankheiten.
00:07:13: Also da ist es dann etwas allgemeiner gehalten und darf nicht so gezielt beworben werden.
00:07:20: Und dann kommen ... als letzte Stufe dann eben die klassischen Präparate, die man halt als die Medikamente abordnen würde.
00:07:30: Aber auch da muss man ganz klar sagen, das hat sich natürlich alles aus der Phytotherapie entwickelt.
00:07:37: Also das heißt ... Ganz, ganz viele Medikamente habe ich nur, weil ich aus der Natur gelernt habe und dann vielleicht noch den einen oder anderen Stoff in der Herstellung oder vielleicht in der Wirkung ein bisschen modifiziert habe oder weil ich gesehen habe, okay, die Natur macht das so.
00:07:55: Und das gab mir dann die entscheidende Idee sozusagen für dieses Präparat.
00:08:00: Also das heißt, ohne Naturheilkunde wäre die moderne Pharma-Ziel.
00:08:06: gar nicht denkbar im Endeffekt.
00:08:09: Und dann könnte man ja auch fast schon sagen, okay, die moderne Pharmazie ist ja so ein bisschen vielleicht auch die Weiterentwicklung der Phytotherapie mit den Möglichkeiten, die halt in der heutigen Welt bestehen.
00:08:25: Das hätte man wahrscheinlich vor fünfhundert Jahren auch gemacht.
00:08:28: Wenn man diese Möglichkeiten hätte, da hatte man das eben nicht.
00:08:32: Und ich würde deswegen gar nicht so scharf ... trennen, dass man jetzt sagt, okay, das eine ist vielleicht positiv bewertet, das andere ist negativ bewertet, sondern für die Therapeuten, für die Patienten, finde ich, ist es eigentlich so ein fließender Übergang.
00:08:50: Aber was natürlich dann noch mit ins Spiel kommt, und das muss man halt fast getrennt davon betrachten, finde ich, sind sozusagen so die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
00:09:01: Und natürlich ... haben wir die pharmazeutischen Betriebe, die sehr, sehr viel Geld in die Forschung stecken müssen, um überhaupt einen Arzneimittel zulassen zu können.
00:09:15: Dann müssen sie es sich auch patentieren lassen können.
00:09:19: Und bevor sie das alles machen, müssen sie natürlich rechnen, bringe ich dann dann auch das Geld wieder rein, was ich da investiert habe.
00:09:28: Und diese Rahmenbedingungen ... bei Wirtschaftsunternehmen, und das ist eben ein Pharmaziehersteller, ist ein Wirtschaftsunternehmen, die führen dann oft dazu, dass die Dinge vielleicht rein gesundheitlich nicht so hundertprozentig in die Richtung gehen, wie man es sich jetzt eigentlich wünschen würde.
00:09:47: Ja.
00:09:48: Also das heißt an den Medikamenten an sich, finde ich, man muss alles dazu wissen und dann sinnvoll einsetzen, aber ... gerne eben nutzen und viele Dinge können pharmazeutisch heute behandelt werden.
00:10:04: Da hätte man früher vielleicht gar keine Möglichkeiten.
00:10:07: Und die Rahmenbedingungen, aber dafür kann ja eigentlich das Medikament nichts.
00:10:12: Die sind eben leider nicht so optimal, sodass eben bestimmte Produkte vermehrt produziert werden, vermehrt beforst werden und andere eben kaum oder gar nicht.
00:10:24: Und das ist aber so ein gesellschaftliches Ungleichgewicht, würde ich jetzt nochmal sagen.
00:10:29: Super spannend, das ist eine ganz neue Einordnung, weil ich hatte immer das Gefühl, je nachdem wie man spricht, dass die Medikamente, da sie quasi synthetisch hergestellt sind, eher die ungesunderen Varianten sind von den sanften oder natürlicheren Pflanzenheilmitteln oder Pflanzen, also den Pflanzenbasierendenheilmitteln zumindest.
00:10:51: Und da dem Video sprichst du ja sozusagen, dass es eigentlich ein fließender Übergang ist und man das nutzen sollte, was am besten funktioniert, oder?
00:10:57: Genau.
00:10:58: Also das heißt, man hat dank der modernen Pharmazie natürlich auf der einen Seite zum Beispiel die Chance, bestimmte pflanzliche Stoffe überhaupt erst nutzbar zu machen, indem man zum Beispiel eher schädliche Bestandteile entfernen konnte oder eben den Wirkstoff nochmal ganz gezielt anreichern konnte oder eben ein bisschen modifizieren konnte.
00:11:21: Und natürlich entwickelt sich auch die moderne Pharmazie immer weiter.
00:11:26: Das war jetzt vielleicht in den neunzehnundfünfziger Jahren eben alles noch nicht so genau messbar und beurteilbar.
00:11:36: Aber das verbessert sich natürlich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt gigantisch.
00:11:40: Und auch die modernen Medikamente werden natürlich immer besser verträglich.
00:11:45: Man weiß immer genau, was potenzielle Nebenwirkungen sein könnten.
00:11:50: Und man muss natürlich auch fairerweise sagen, dass man pharmazeutisch natürlich auch Medikamente für hochspezifische Krankheitssituationen entwickelt, wo man auch sagt, okay, man muss jetzt hier eine gewisse Wirkfähigkeit entwickeln, ganz neu erarbeiten, sodass wirklich auch entscheidend eine Erkrankung beeinflusst werden kann.
00:12:13: Und die pflanzenheilkundlichen Präparate, die wirken dann im Vergleich ... sanfter, moderater, haben dann natürlich auch gerne weniger Nebenwirkungen.
00:12:25: Aber man muss, denke ich, beides in seinem Portfolio aufnehmen und dann einfach sinnvoll abwägen und man kann es ja auch wunderbar ergänzen und kombinieren.
00:12:34: Und dann eigentlich die ganze Palette nutzen.
00:12:38: Also eigentlich geht es bei der Ernährung los.
00:12:41: Dann gibt es das eine oder andere Nahrungsergänzungsmittel, was absolut sinnvoll sein kann, wo man dann auch ein gutes Mittel auswählen muss, um eben dann nicht vielleicht an eine ganz, ganz schlechte Produktion zu geraten.
00:12:56: Dann kann man viel natürlich mit Phytotherapeutika machen, ergänzend, unterstützend.
00:13:01: vielleicht auch manchmal wirklich die schulmedizinischen Arzneien ersetzen.
00:13:05: Aber dann, wenn es wirklich sinnvoll ist und nötig ist, dann die schulmedizinischen Arzneien natürlich mit hinzunehmen.
00:13:13: Die werden auch immer weiterentwickelt und viele Möglichkeiten sind halt nur dank dieser Medikamente dann überhaupt in greifbarer Nähe.
00:13:23: Aber die Vernetzungen sind ja viel, viel enger, als man vielleicht so auf den ersten Blick meint.
00:13:28: Also zum Beispiel die Aspirin zum Beispiel.
00:13:34: Das sind eben Rindenextrakte, weiden Rindenextrakte.
00:13:39: Also die enthalten diese Salizylsäure, die letztlich den Wirkstoff darstellt bei Aspirin, anti-entzündlich.
00:13:49: und schmerzlindernd.
00:13:52: Und man hat eben festgestellt, okay, wenn man das aber sehr stark anreichert aus der Weidenrinde zum Beispiel, dann ist das auch nicht so gut magenverträglich.
00:14:02: Und deswegen hat man das halt ein bisschen modifiziert.
00:14:05: Hat die Acetylsalicylsäure draus gemacht, die ist jetzt einfach besser verträglich.
00:14:10: Und man kann es in einer höheren Dosierung tatsächlich einnehmen, hat aber im Endeffekt im Prinzip nur den Wirkstoff der Weidenrinde imitiert.
00:14:21: Oder nicht nur imitiert, sondern halt noch ein bisschen modifiziert und damit die Aufnahme höherer Mengen ermöglicht im Prinzip.
00:14:29: Oder Penicillin.
00:14:30: Penicillin ist ja eigentlich ein natürliches Produkt.
00:14:34: Im Endeffekt hat man sich nur die... künstliche Herstellung ermöglicht, aber im Prinzip eins zu eins das Präparat aus der Natur übernommen.
00:14:47: Und so sind auf ganz, ganz vielen Ebenen die Vernetzungen dann doch viel, viel ausgeprägter, als man vielleicht denkt.
00:14:57: Ja, spannend.
00:14:58: Das heißt also, eigentlich die meisten Medikamente kommen aus der Natur oder sind
00:15:01: inspiriert
00:15:02: von der Natur.
00:15:03: Genau.
00:15:04: Ist denn zumindest so, dass man sagen kann, dass Ein pflanzliches Mittel im Vergleich zu einem nicht pflanzlichen Mittel vielleicht geringere Nebenwirkungen hat oder dass es dort vielleicht, weil es natürlicher ist, besser zum Menschen passt?
00:15:20: oder kann man das gar nicht sagen, weil die anderen eigentlich auch nur optimierte Varianten davon sind.
00:15:25: Genau, also auch das ist sozusagen nochmal ein bisschen differenzierter zu betrachten.
00:15:30: Also bei den Phytotherapeutiker haben wir eben die Situation, dass wir in der Regel viel Stoffgemische haben und tatsächlich es zu einem Synergismus dieser verschiedenen Stoffe untereinander kommt.
00:15:48: Ein Phytotherapeutikum ist nie ein einzelner Wirkstoff und oft haben wir eben bei den Arzneimitteln dann wirklich das Präparat fokussiert auf einen Arzneimittel.
00:16:00: Das heißt ein Phytotherapeutikum wirkt von Haus auch schon mal ein bisschen anders, weil es ein Vielstoff gemischt ist.
00:16:07: Und dann hängt es natürlich davon ab, zu welcher Zeit wurde geerntet, wie wurde die Pflanze verarbeitet, welche Auszugsmethoden hat man verwendet, welche Pflanzenteile hat man verarbeitet?
00:16:21: und dann entstehen eigentlich ganz unterschiedliche Vielstoffgemische aus einer Pflanze, in der die einzelnen Bestandteile vielleicht auch vom Verhältnis zueinander ganz unterschiedlich zusammengesetzt sind.
00:16:35: Und dann muss ich eigentlich Jedes dieser unterschiedlichen Vielstoffgemische, die aus einer einzelnen Pflanze theoretisch hergestellt werden können, muss sich eigentlich differenziert und separat betrachten und mir genau angucken, okay, und was kann das bewirken und bewerkstelligen.
00:16:52: Und dann kann es eben sein, wenn ich die Wurzel verarbeitet hab, kommt nichts Sinnvolles dabei raus.
00:16:58: Oder vielleicht sogar eher gesundheitsschädlich.
00:17:00: Und hab ich andere Pflanzenteile verarbeitet, ist es vielleicht ein super Präparat.
00:17:04: Aber ich muss eigentlich alles getrennt untersuchen.
00:17:08: Und alle Herstellungsschritte berücksichtigen.
00:17:11: Und dann hab ich aber bei den Phytotherapeutiker dann den Vorteil, dass ich durch die unterschiedlichen Bestandteile wirklich Synergismen habe, die ... mehr Wirkung erzielen können als jetzt jedes Einzelteil.
00:17:25: für sich genommen, weil ich quasi über die Verarbeitung der der Pflanze all das generieren kann, was auch die Pflanze einsetzt, um eben im Alltag zu bestehen.
00:17:38: Antimikrobielle Effekte, antientzündliche Effekte und Das ist dann in der Regel fast schon eine Art Konzert verschiedener Substanzen, die dann positive Effekte entwickeln.
00:17:56: Und auf der anderen Seite ist es so, dass jetzt diese nicht hochkonzentrierten und künstlich angereicherten Substrate für eine spezifische Indikation meistens tatsächlich verträglicher sind, weniger Nebenwirkungen haben, aber das ist überhaupt nicht in Stein gemeißelt, sondern ich muss eben wirklich gucken, okay, ist da vielleicht was mit dabei, was irgendwie ganz akut auch leberschädigend sein könnte, was könnte es für Nebenwirkungen haben?
00:18:29: Und ein ganz wichtiges Thema sind natürlich auch potenzielle Wechselwirkungen.
00:18:33: Weil im Prinzip ist es so, wenn wir was in unseren Körper aufnehmen, dann zirkuliert das erstmal in unserem Körper und in der Regel ist es so, bis es nicht abgebaut ist, ist es dann eben auch wirksam.
00:18:48: Also das heißt, ich habe Abbaumechanismen und unser menschlicher Körper muss wahnsinnig viel abbauen.
00:18:54: Wir haben ja auch noch die zusätzliche Belastung durch immer mehr Umwelt, Gifte und Toxine.
00:19:00: Und wenn ich jetzt zwei Medikamente einnehme, die um den gleichen Abbauweg konkurrieren, dann kann es natürlich sein, dass sich die Abbaugeschwindigkeit halbiert.
00:19:12: Und damit habe ich eine wesentlich höhere Konzentration über eine längere Zeit im Blut und damit kann sich natürlich die Wirkung verändern.
00:19:20: Und das ist natürlich bei allen Medikamenten, die ich nehme, ist das zu berücksichtigen, egal ob das jetzt ein Nahrungsergänzungsmittel ist oder eben auch ein ganz modernes pharmazeutisches Mittel oder eben ein phytotherapeutisches Präparat.
00:19:35: Deswegen kann man schon sagen, auf der einen Seite pflanzliche Präparate sind in der Regel besser verträglich.
00:19:44: haben in der Regel nochmal über dieses Vielstoff-Gemisch auch nochmal einen umfassenderen, anderen Art von Ansatz, aber ich muss eigentlich immer mir genau überlegen, okay, was ist in welcher Konzentration drin, wie wirkt das, was kann es für Wechselwirkungen haben und was kann es vielleicht in meiner individuellen Situation auch für Nebenwirkungen haben.
00:20:07: Und da haben wir natürlich das Problem, dass Wir in unserer Medizin-Landschaft vielleicht auch nicht offen genug damit umgehen.
00:20:19: Es gibt vielleicht den einen oder anderen niedergelassenen Arzt, der für sich abgespeichert hat.
00:20:26: Nee, Pflanzenheilkunde, das kommt überhaupt nicht ins Haus.
00:20:29: Und dann hat er einen Patienten, der sich natürlich was schulmedizinisches verschreiben lässt, aber sich dann denken, mit dem konnte ich jetzt nicht so über Alternativen aus dem pflanzlichen Bereich sprechen.
00:20:41: Das mache ich jetzt mal selber und besorgt mir was.
00:20:45: Aber als Laie weiß ich dann auch nicht genau, auf was ich vielleicht berücksichtigen muss.
00:20:51: Und dann kann es eben doch dazu kommen, dass Wechselwirkungen auftreten, Interaktionen, die eigentlich dann letztlich mehr Schaden als nutzen.
00:21:01: Deswegen wäre es eigentlich ganz, ganz wichtig, dass wir da diese Trennung zwischen das eine ist nur in Anführungszeichen Alternativmedizin, Naturheilkunde und das andere Schulmedizin, dass wir diese Trennung irgendwie überwinden.
00:21:16: Denn eigentlich ist es die Möglichkeit, über die therapeutische Zufuhr von Substanzen gesundheitsrelevante Effekte zu erzielen.
00:21:27: Und diese Unterteilung in Schulmedizin und Naturheilkunde ist eigentlich gar nicht so sinnvoll, muss man im Endeffekt sagen.
00:21:37: Ja,
00:21:38: super spannend.
00:21:38: Ich habe das Gefühl auch ein bisschen, dass es ein bisschen behandelt wird wie Bioprodukte im Supermarkt.
00:21:44: Das ist alles, wo Bio drauf steht, muss besser sein.
00:21:46: Genau, genau.
00:21:47: Ich will
00:21:48: das gar nicht bewerten, wie es im Supermarkt ist.
00:21:50: Aber ich hab das Gefühl, dass bei den pflanzlichen Wirkstoffen oft so ist.
00:21:55: Nimm mal das Pflanzliche, das ist auf jeden Fall besser.
00:21:57: Und das hat weniger Nebenwirkungen.
00:21:59: Und das kann gar keine Nebenwirkung haben.
00:22:00: Was du gerade gesagt hast, es kann genauso Nebenwirkung haben.
00:22:03: Genau.
00:22:03: Weil, ich mein, wir wissen, alle in den Fliegenpilzessen ist ungesund.
00:22:06: Das heißt, es muss ja in der Natur auch viele Stoffe geben, die einfach, ich sag mal, uns nicht gut tun.
00:22:12: Und ich glaube aber so, in der Annahme ist es so, ah, haben Sie da nicht was Pflanzliches?
00:22:16: Dann verschreibt was Pflanzliches.
00:22:18: Das ist dann vielleicht nicht von der Wirkung nicht ganz so stark und von der Nebenwirkung nicht ganz so stark, aber es kann trotzdem Nebenwirkungen und auch Interaktionen haben mit anderen Medikamenten, die gesundheitsschädig sind.
00:22:28: Genau, genau.
00:22:28: Also eigentlich müsste man in jeder individuellen Krankheitssituation müsste man ... sich gemeinsam mit den Patienten austauschen und müsste erruieren, okay, was gibt's denn für Behandlungsmöglichkeiten medikamentöser Art?
00:22:41: Was gibt's vielleicht schulmedizinisch?
00:22:43: Was sind hier die Vor- und Nachteile?
00:22:45: Was gibt's fitotherapeutisch?
00:22:47: Wobei, wie gesagt, die Übergänge sind eh fließen.
00:22:51: Und dann müsste man eigentlich individuelle Entscheidungen treffen und sich eigentlich für die bestmögliche Variante entscheiden.
00:22:59: Und wenn dann natürlich ein Patient ... Eher eine Sympathie hat für Phytotherapeutiker und man hat da auch was Vernünftiges, dann kann man das ja sehr gerne auch erst mal auswählen.
00:23:11: Oder man kann auch erst mal mit nem Phytotherapeutikum anfangen, zum Beispiel im Phytotherapeutisches Schmerzmittel und dann kann man immer noch zur Not mal on top ein schulmedizinisches Schmerzmittel nehmen.
00:23:23: Aber eigentlich müsste man das Ganze als einen Werkzeugkasten medikamentöser Ansätze sehen.
00:23:29: und eigentlich muss man Schon bei der Ernährung im Prinzip anfangen immer mehr und mehr auch wirklich die Nahrungsergänzungsmittel eigentlich mit reinnehmen.
00:23:38: Die werden immer wichtiger, präsenter, eben gerade die Ebene der automolekularen Medizin.
00:23:44: Die Erkenntnisse und die Möglichkeiten, die werden hier immer tiefgreifender.
00:23:48: Und auch die können Wechselwirkungen natürlich entwickeln mit anderen Arzneien oder auch negative Effekte haben.
00:23:56: Dann haben wir eben die breite Palette der Phytotherapeutiker, die in sich eben auch nochmal unterschiedliche Abstufungen haben von traditioneller Gebrauch eher bei so Beschwerdekomplexen, vielleicht wirklich so zur Selbstbehandlung, auch fast schon gedacht bis hin eben zu Arznein, die jetzt pharmazeutischen Produkten in nichts mehr nachstehen, also die selber ja wirklich pharmazeutische Produkte sind und alle Studien durchlaufen haben.
00:24:26: Und deswegen diese Trennung müsste eigentlich überwunden werden.
00:24:32: Und da ist halt ganz viel auch das Problem.
00:24:35: Die einen sind sehr negativ behaftet, weil man sagt, Mensch, die Pharmaindustrie, die meint es nicht gut.
00:24:43: Auf der anderen Seite hat man dann die natürlichen Produkte und oft ist es so, alles was natürlich bezeichnet wird, kann nur gut sein und überhaupt nicht schaden.
00:24:53: Und da müsste man wirklich das aufbrechen.
00:24:59: Das wäre eigentlich der wichtigste Schritt, um sich das alles an Wissen auch, was immer größer wird und an Möglichkeiten dann richtig zu Nutze zu machen.
00:25:09: Ja, das ist spannend, da würde ich dich nämlich auch gerne was zu fragen.
00:25:11: Kannst du gerne beantworten oder auch nicht.
00:25:14: Ich würde mal interessieren, wie das funktioniert, dass man diese ganzen Medikamente kennenlernt.
00:25:19: Also du bist ja krass lange schon in der Praxis und da absoluter Experte, vor allem auch was die phytotherapeutischen Mittel angeht, aber natürlich auch die anderen Medikamente.
00:25:27: Und ich würde mir interessieren, es gibt tausende von Preparaten da draußen.
00:25:31: Wie schafft man es als Chefarzt, da den Überblick zu behalten, zu wissen, wie man welches einsetzt, welche Wechselwirkungen da sind und dann auch den Überblick jetzt vorhin nicht nur über den einen Bereich zu haben, sondern über einen riesigen pflanzlichen Bereich und einen riesigen, ich sag mal, normalen Pharma medizinischen Bereich zu haben und dann die richtige Entscheidung zu treffen.
00:25:53: Wie muss ich mir das vorstellen?
00:25:55: Wie kommt man da in diese Situation rein, dass man sich da gut auskennt?
00:25:58: Ja, also es ist natürlich ein ständiges Sich weiterbilden und auch ein ständiges Lernen, ein Austausch natürlich mit Kollegen, die auch ihre Erfahrungen haben.
00:26:11: Rückmeldungen von Patienten sind natürlich ganz, ganz wichtig.
00:26:15: Wie hat was gewirkt?
00:26:17: Wie wurde es angenommen?
00:26:19: Und trotz allen Bemühungen ist es ein so Riesenthema, dass es fast nicht überschaubar ist und einen wirklich an die Grenzen des Machbaren bringt.
00:26:30: Ja, genau, das meine ich.
00:26:33: Und man muss ganz klar sagen, es ist ein lebenslanges... an sich arbeiten.
00:26:38: Man wird nie fertig sein und wird immer noch das eine oder andere Präparat haben, was man nicht so gut kennt, was man vielleicht noch nie gehört hat oder die Wirkung nicht so richtig abschätzen kann.
00:26:51: Zumal ja die Wirkung auch von Patient zu Patient sehr variieren kann.
00:26:55: Das kann man sowieso nicht alles über einen Kamm scheren.
00:26:59: Aber es ist tatsächlich unfassbar groß, das potenzielle Wissen.
00:27:06: Und man muss ganz klar sagen, man wird wahrscheinlich nie jemanden als Arzt bekommen, der von sich wirklich mit Fug und Recht behaupten kann, ich hab jetzt mindestens ... ... eighty-fünf oder mehr Prozent aller potenziellen ... ... medikamentösen Optionen im Kopf und kann das sinnvoll gegeneinander abwägen.
00:27:28: Aber das heißt natürlich auch immer, für auch Betroffene da draußen, ist immer noch mal, wenn man sich eine zweite Meinung holt, eine dritte Meinung holt ... ... dass es immer wieder neue Ansätze gibt, ... ... die man auch durchaus probieren kann, ... ... die basierend sind auf der Erfahrung ... ... der Person, mit der man arbeitet ... ... und auch der Ausrichtung ... ... sich massiv verändern kann.
00:27:47: Also ... ... ich kann zu sagen aus eigener Erfahrung ... ... mehrere Präparate probiert ... ... und das eine war dann plötzlich super wirksam ... ... und hat im Prinzip das Problem gelöst ... ... oder das Leid reduziert.
00:28:00: Und das ist natürlich etwas, ... ... wo ich mir auch dachte ... Es ist wie bei vielen Sachen.
00:28:09: Es gibt vielleicht die eine Lösung, aber es gibt auch viele Varianten der eine Lösung.
00:28:13: Und die eine Lösung, die für eine andere Person funktioniert, muss nicht die Lösung sein, die perfekt für mich ist.
00:28:19: Deswegen macht es so viel Sinn, mit mehreren Leuten zu reden und auch verschiedene ... Aspekte zu.
00:28:23: Deswegen ist es spannend, dass du dich mit Schulmehl ziehen und Naturheilkunde und diese Kombination so spannend macht, weil dadurch allein die Vielfältigkeit schon viel größer ist.
00:28:32: Das finde ich so spannend.
00:28:34: Aber was du mir noch mal beantworten könntest, was ist der Unterschied zwischen der rationalen Phytotherapie und der traditionellen Pflanzenheilkunde?
00:28:42: Weil ich glaube, das ist das, was du dir auch wünscht, wo sich die beiden Bereiche so richtig treffen, oder?
00:28:47: Ist das genau dieser Bereich, wo sich die klassische Medizin mit ihren ... Ich sag mal, sehr strengen Präparaten und die, sag ich mal, auf der anderen Seite, die sehr stark nur mit Pflanzen arbeiten, dann in der Mitte eigentlich treffen und sagen, hier gibt's den fließenden Übergang.
00:29:01: Ist das so die Mitte?
00:29:03: Ja, also man könnte es so bezeichnen, aber tatsächlich, der Hauptunterschied ist so ein bisschen, wir haben eben viele, ja, Phytotherapeutiker oder Pflanzen, die wir einsetzen aus der Erfahrungshallkunde heraus.
00:29:19: Und da könnte man sagen, okay, das ist praktisch diese Phytotherapie, die traditionell eingesetzt wird für.
00:29:27: Ja.
00:29:28: Und wenn ich es mir wünschen dürfte, würde ich mir natürlich wünschen, dass eigentlich alle Phytotherapeutiker, also alle verschiedenen Vielstoffgemische natürlich durch entsprechende klinische Studien tatsächlich in.
00:29:44: Das hört sich vielleicht ein bisschen blöd an, in diese echten Arzneimittel überführt wird, die halt wirklich alle Zulassungsstudien durchlaufen haben.
00:29:52: Weil dann könnte ich nämlich anhand der Studienlage auch wirklich sagen, okay, was kann ich ganz genau erwarten?
00:30:00: Was kann ich nicht erwarten?
00:30:01: Was sind vielleicht Nebenwirkungen?
00:30:03: Also dann habe ich noch mal viel mehr detaillierteres Wissen.
00:30:07: Aber da muss man eben sagen, dass in die Rahmenbedingungen einfach nicht so, dass das realistisch passieren wird.
00:30:15: Dafür kann man einfach mit Phytotherapeutika nicht genug Geld verdienen, um das wieder reinzuholen, was man da investieren müsste.
00:30:24: Und natürlich wäre es ganz, ganz schade, wenn man eben auf die alten Erfahrungswerte verzichten müsste.
00:30:31: Deswegen finde ich es absolut richtig, dass man sagt, wir haben einen großen Bereich an Heilpflanzen, Phytotherapeutika.
00:30:39: Da wissen wir, es ist kein Problem, die einzusetzen, es hat keine negativen Effekte.
00:30:46: Wir wissen, es wird gerne für Magendambeschwerden eingesetzt, bei Erkältungskrankheiten oder Ähnlichem.
00:30:53: und dass die dann als diese Phytotherapeutiker zum traditionellen Gebrauch eben im Einsatz sind.
00:31:00: Aber schöner wäre es natürlich, wenn alles nach und nach überführt werden könnte.
00:31:06: Und was ich mir übrigens für die Zukunft sehr, sehr gut vorstellen könnte, KI, ist natürlich aus vielerlei Sicht dann oft auch was, was so ein bisschen negativ behaftet ist.
00:31:22: Aber KI hat natürlich die Möglichkeit, extrem viel Wissen zu vereinen und schnell auszuwerten.
00:31:30: Ja.
00:31:31: Also das heißt, dass es sicherlich eine große Möglichkeit, eine KI einfach mit vielen Informationen zu füttern, dann eben auch mit entsprechenden individuellen Informationen zu einem Fall zu füttern und dann sich auch bei der KI helfen zu lassen, mit der KI, Mensch, welche Arzneien könnten denn in dieser individuellen Konstellation vielleicht in Betracht kommen, um nochmal da ein weiteres Faktor zu haben, um diese schier unermessliche Wissen nochmal ein bisschen aufzuarbeiten.
00:32:10: Ja,
00:32:11: das ist sehr spannend.
00:32:12: Wo liegt denn zum Beispiel auch der Unterschied zwischen den, ja also diese, was ich ja so spannend finde, ist Pflanzen halt Kunde und dieses wirklich traditionelle Wissen, was die Großmutter schon hatte.
00:32:25: Und da würde mich mal interessieren, was unterscheidet eigentlich moderne Pflanzenheikunde von klassischen Hausmitteln?
00:32:30: Und ab wann sprechen wir wirklich von Phytotherapie mit pflanzlichen Arzneimitteln?
00:32:34: oder wann sind es Hausmittel?
00:32:36: Weil ich finde, da ist der Übergang auch sehr spannend, weil ich höre immer wieder... Ja, probier doch das mal aus.
00:32:43: Und es wirkt dann auch wirklich.
00:32:44: Und dann verstehe ich auch den Wirkmuskrat dahinter.
00:32:46: Ich versuche gerade mal ein Beispiel zu finden.
00:32:48: So Wadenwickel oder sowas.
00:32:50: Bei Fieber zum Beispiel.
00:32:52: Ich meine, am Ende ist es ein Waschlappen mit kaltem Wasser.
00:32:56: Genau.
00:32:56: Also auch da ist natürlich der Übergang fließend.
00:33:00: Also zunächst mal ist es so viele Hausmittel.
00:33:04: entstammen ja quasi aus der Erfahrungsmedizin.
00:33:07: und Erfahrungsmedizin bedeutet, man hat eben viel probiert und dann anhand der erzielten Ergebnisse gelernt.
00:33:17: und diese Ergebnisse hat man eben von Generation zu Generation weitergegeben und durch neue Erkenntnisse erweitert, ohne dass man jetzt aber vielleicht genau reproduzieren konnte, Was sind denn die zugrunde liegenden Partomechanismen oder vielleicht wirklich relevante Studien durchgeführt hat, wo man dann statistisch verwertbare Ergebnisse bekommen hat?
00:33:44: Also das heißt, es hat sich eigentlich über die Jahrtausende eine Art Wissen weitergegeben.
00:33:53: Was aus wissenschaftlicher Sicht aber auf ganz niedrigem Studienlevel ist, hatte eher so Einzelfallbeschreibungen, die man dann im Prinzip gesammelt hat.
00:34:05: Aber im Prinzip ist das schon Phytotherapie.
00:34:08: Und Phytotherapie fängt ja auch schon bei vielleicht Auflagen an mit einem pflanzlichen Zusatz, bei einem Tee oder bei einem Presssaft.
00:34:21: oder im Prinzip auch schon bei der Ernährung.
00:34:24: Also das heißt, das kann man auch schon alles Phytotherapie im Endeffekt nennen.
00:34:31: Jetzt die Wadenwickel, die wären jetzt eher Hydrotherapie.
00:34:34: Ja, klar.
00:34:34: Genau.
00:34:35: Und dann gibt es aber immer mehr Prozesse, die man dann tatsächlich auch auf pathophysiologischen Mechanismus reproduzieren kann.
00:34:46: Warum kommt es dann tatsächlich zu einem Benefit?
00:34:50: Und es gibt dann immer mehr Arzneien, die man dann noch mal in großen Studien richtig statistisch signifikant aufarbeitet.
00:34:58: Und dann kann es durchaus sein, dass man mal erkennt, was hier über die Erfahrung vielleicht weitergegeben wurde und so abgespeichert wurde, muss man noch mal ein bisschen modifizieren, weil es doch nicht hundertprozentig passt oder noch bestimmte Dinge einfach nicht berücksichtigt oder falsch interpretiert wurden.
00:35:17: Aber im Prinzip ... ist die Erfahrungshalkunde quasi schon die erste Stufe eigentlich der Phytotherapie.
00:35:24: Und wenn man will, ist die Erfahrungsmedizin auch schon eine Art Langzeitbeobachtungsstudie über viele Jahrtausende.
00:35:34: Und die Ergebnisse sind eben teilweise ein bisschen unstrukturiert erfasst und weitergegeben.
00:35:41: Aber im Prinzip ist das auch schon die Basis der wissenschaftlichen Untersuchungen, kann man fast so sagen.
00:35:47: So wie sich dann letztendlich die moderne Pharmazie auch aus der Phytotherapie entwickelt hat, kann man eigentlich auch sagen, dass man diese Erfahrungswerte eben auch weiterentwickelt hat, dann zu klinischen Studien mit statistischen Auswertungen und bestimmten Studiendesigns im Endeffekt.
00:36:07: Superstand.
00:36:08: So baut alles aufeinander auf und über die Erzählungen, sag ich mal, von den verschiedenen Generationen bleiben natürlich auch nur die Sachen übrig, die wirksam waren.
00:36:16: Genau.
00:36:16: Somit wurde es quasi auch schon rausgefiltert.
00:36:18: Ja, genau.
00:36:19: Aber ja.
00:36:20: Und was auch sehr spannend ist, ich habe mich ja auch ein bisschen nochmal, habe ich es so quer gelesen in der Vorbereitung auch für diese Podcast-Folge.
00:36:31: Und es war so, dass in den neunzehntenhundertsiebziger Jahren Zu Zeiten des Vietnamkrieges, da hatte man beobachtet, dass die damals zur Verfügung stehenden Antimalariamittel eben nicht mehr so gut gewirkt haben.
00:36:47: Und man hat große Anstrengungen in Bewegung gebracht, um hier neue Arzneien zu finden.
00:36:55: Und ist dann tatsächlich in Jahrtausende alten Schriftrollen aufmerksam geworden auf Artemisinin.
00:37:06: was man eben damals in einer bestimmten Herstellungsweise tatsächlich bei Wechselfieber eingesetzt hat.
00:37:14: Und hat das letztendlich dann in den neunzehntsiebziger Jahren eben nochmal neu aufleben lassen und hatte dann nochmal einen neuen Ansatz gefunden, die Malaria zu behandeln.
00:37:28: Super cool.
00:37:29: Ja, Wahnsinn.
00:37:29: Das ist schon mal eine super Einleitung zu dem Thema Phytotherapie.
00:37:34: Damit würde ich sagen, beenden wir den ersten Teil.
00:37:36: Im zweiten Tag gehen wir wirklich drauf ein, wie wir nämlich dann die verschiedenen, so was wie Johannes Kraut oder Teufelskralle, denn auch wirklich uns anschauen und wie die wirkt, wie wir sie einsetzen können und vielleicht, wie wir auch eine kleine Hausapotheke aufbauen können.
00:37:49: Und deswegen, wenn Ihnen das draußen schon gefallen hat, dann liken Sie natürlich gerne, abonnieren Sie gerne und lassen Sie auch gerne einen Kommentar da.
00:37:56: Falls Sie wieder so Kontakt treten wollen, steht natürlich auch unsere E-Mail-Adresse.
00:38:01: unten in den Show-Notes, da können Sie uns einfach schreiben und uns erreichen.
00:38:05: Und ansonsten will ich sagen, vielen Dank und dann bis nächste Woche.
00:38:11: Ganz wichtig, wir machen hier einen Informations-Podcast und keine direkte ärztliche Beratung.
00:38:16: Das heißt, alle Empfehlungen, die sie hier in dem Podcast hören, alle Anweisungen, die sie im Podcast hören, sind immer für ihre individuelle Situation vorher mit ihrem Arzt oder Therapeuten abzuklären.
00:38:26: Da wir ihre individuelle Situation nicht kennen, können wir nur allgemeine Empfehlungen geben, die wir natürlich aus dem fachlichen und wissenschaftlichen Kontext kennen, aber diese könnten für ihre individuelle Situation vielleicht nicht die Richtige sein.
00:38:38: Und deswegen ist es wichtig, diese immer noch mal mit ihrem Arzt und Therapeuten abzuklären.
00:38:42: Das war's mit dieser Folge von Schulmedizin trifft Naturheilkunde.
00:38:47: Werden Sie zum Partner Ihrer Gesundheit.
00:38:50: Bis zur nächsten Folge.
00:38:52: Bleiben Sie gesund!
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