Welche Krankheiten stehen mit Epigenetik in Zusammenhang? | Teil 2

Shownotes

Unsere Gene sind kein festes Schicksal. Aber sie reagieren auf alles, was wir täglich tun.

In Teil 2 der Epigenetik-Reihe geht es um die konkreten Auswirkungen epigenetischer Prozesse auf Krankheiten und um die Frage, wie sehr wir Risiken beeinflussen können.

Gemeinsam mit Chefarzt Robert Schmidt sprechen wir darüber, welche Rolle Epigenetik bei Krebs, Diabetes, Autoimmun- und neurodegenerativen Erkrankungen spielt.

Und vor allem: Wo Prävention ansetzt, lange bevor Symptome entstehen.

Worum geht’s in dieser Folge?

  • warum Epigenetik das Verbindungsglied zwischen Lebensstil und Gesundheit ist
  • weshalb Krankheiten selten „plötzlich“ entstehen
  • wie Ernährung, Bewegung und Stress epigenetische Muster verändern können
  • welche Rolle Entzündungen, Darm und Schlaf dabei spielen
  • warum Veränderungen Zeit brauchen, aber messbar sind
  • wie unser Lebensstil auch kommende Generationen beeinflusst

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Disclaimer (medizinischer Hinweis): Die bereitgestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Treffen Sie keine gesundheitlichen Entscheidungen allein auf Grundlage dieser Aussagen. Wenn Sie Beschwerden haben oder eine Behandlung in Erwägung ziehen, besprechen Sie dies immer persönlich mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer anderen qualifizierten medizinischen Fachperson.

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00:00:00: In dieser Folge geht es darum, wie Epigenetik Krebs beeinflussen kann und auch Diabetes.

00:00:05: Wir gehen da konkret darauf ein, wie das Ganze funktioniert, wie eigentlich auch Methylisierung passiert.

00:00:09: Also das heißt, wie werden Zellen verändert?

00:00:12: Wie kann Epigenetik Zellen verändern?

00:00:14: Und vor allem, wie diese Schädigung dann auch fortschreitet.

00:00:17: Das Spannende dabei ist, was wir auch heute beantworten, ist, ist diese Schädigung von Dauer oder können wir sie zurückdrehen?

00:00:22: Haben wir die Möglichkeit, dass wenn wir uns unseren Lebensstil verändern, da sind wir sehr konkret, was man da tun muss.

00:00:29: Können wir dann vielleicht unsere Epigenetik wieder positiv beeinflussen?

00:00:33: Datung soll es heute gehen, unserem Teil zwei zum Thema Epigenetik mit Chefarzt Robert Schmidt von der KFN, unserem neuesten Podcast, Schulmedizin, Trift, Natur, Heilkunde.

00:00:45: Viel Spaß!

00:00:46: Was wäre, wenn die beste Medizin nicht entweder Natur oder Wissenschaft wäre, sondern beides?

00:00:53: Willkommen bei Schulmedizin trifft Naturheilkunde.

00:00:57: Hier bauen wir Brücken zwischen Tradition und Innovation.

00:01:01: Zwischen Labor und Leben für ihre Gesundheit.

00:01:05: Viel Spaß bei dieser Folge.

00:01:09: Herzlich willkommen bei Teil zwei.

00:01:11: zum Thema Epigenetik.

00:01:12: und wir haben im ersten Teil, falls Sie den ersten Teil noch nicht gesehen haben, schauen Sie sich den unbedingt auf unserem YouTube-Kanal an oder hören Sie sich den unbedingt an als eine der vorangegegenen Episoden, nämlich wir haben schon besprochen, was ist eigentlich Epigenetik und vor allen Dingen auch, wie können wir eigentlich herauskommen aus dem Thema Vererbung und wie können tatsächlich auch Traumata vererbt werden?

00:01:35: Das ist sehr, sehr spannend, weil das heißt, dass unsere DNA nicht festgeschrieben ist.

00:01:40: sondern im Wandel ist.

00:01:41: Und das sollte man sich unbedingt anhören, aber heute geht es vorhin darum, dass wir darüber sprechen, ja, Epigenetik und Krankheiten.

00:01:48: Das heißt wirklich, welche Krankheiten können entstehen durch Epigenetik oder können auch verhindert werden durch Epigenetik?

00:01:54: Und da freue ich mich natürlich, den absoluten Experten dafür dazu haben, nämlich den Chefarzt Robert Schmidt von der KFN.

00:02:00: Und deswegen sage ich mal herzlich willkommen.

00:02:03: Heute geht es wieder um Schulmedizin, trifft Naturheilkunde und lasst uns über Epigenetik sprechen und die Krankheiten, die, sag ich mal, entstehen oder nicht entstehen.

00:02:10: Und die erste Rolle ist, welche Rolle spielt die Epigenetik bei der Entstehung von Krankheiten?

00:02:17: Also die Epigenetik, das hatten wir das letzte Mal ja auch schon so ein bisschen erörtert, ist ja quasi nochmal der wissenschaftliche Nachweis, wie wichtig eigentlich Lebensstilmodifikationen sind und das im Prinzip nichts, was wir tun, ohne Einfluss auf unsere langfristige Genetik, Schrägstrich, Epigenetik bleibt.

00:02:43: Und das ist natürlich, was unsere Gesundheit ganz relevant beeinflusst.

00:02:48: Und dass es nicht nur für uns selber ein wichtiges Thema ist, sondern dass wir tatsächlich auch schon die Grundlage für unsere direkten Nachfahren in uns legen, sozusagen.

00:03:02: Also, das heißt, Epigenetik bedeutet, ich kann jetzt wissenschaftlich nachweisen, wie tatsächlich ... bestimmte Verhaltensmuster sich in uns einprägen und damit tatsächlich unsere Gesundheit beeinflussen.

00:03:19: Denn Epigenetik bedeutet quasi, welche Gene werden denn tatsächlich in welcher Häufigkeit und Geschwindigkeit und Anzahl abgelesen und umgesetzt.

00:03:31: Und man muss sich im Prinzip, kann man sich, glaube ich, den Körper so vorstellen, wie ein riesiges Industriegebiet.

00:03:39: mit ganz vielen verschiedenen Manufakturen und unglaublich vielen Angestellten und es wird Tag und Nacht, vierundzwanzig sieben wird gehemmert und gezimmert und gearbeitet und ich habe eben einfach einige wichtige Faktoren die mit beeinflussen.

00:03:58: was kommt bei diesem ganzen gearbeitet in hinten raus?

00:04:03: und Natürlich spielt auch eine ganz, ganz wichtige Rolle, welche Rohstoffe stelle ich zur Verfügung.

00:04:11: Wie oft werden die einzelnen Maschinen gewartet?

00:04:14: Wie sind die Arbeitsbedingungen?

00:04:16: Sind die einzelnen Arbeitnehmer auch zufrieden und glücklich und können deswegen mehr leisten?

00:04:22: Und all diese Dinge könnte man jetzt auch so ein bisschen mit dem Lebensstil.

00:04:26: gleichsetzen im Endeffekt.

00:04:29: Und letztlich spiegelt sich das dann in der Epigenetik wieder.

00:04:33: Also das heißt, wenn ich in meinem Lebensstil schludere, dann kann ich tatsächlich das ablesen, günstiger Gene vielleicht erschweren.

00:04:45: Und andersrum, wenn ich bestimmte gesundheitsrelevante Dinge eben beherzige und berücksichtige, dann leichtere ich sozusagen das Ablesen von Genen, die eher für die Gesundheit förderlich sind oder Krankheiten helfen, möglichst eben nicht zum Ausbruch zu bringen.

00:05:07: Deswegen Epigenetik ist so ein bisschen das wissenschaftliche Verbindungsglied zwischen ... Lebensstil, gesundheitsrelevantem Verhalten und der Wissenschaft und zeigt, okay, das kommt direkt auch im Körper messbar an im Endeffekt.

00:05:27: Lass uns mal richtig reingehen in die konkreten Themen und zwar, wie ist denn der Zusammenhang zwischen Epigenetik und dem Thema Krebs?

00:05:36: Also gerade jetzt im Bereich der Onkologie ist man da wissenschaftlich schon relativ weit.

00:05:44: Also man weiß, dass die Epigenetik jetzt gerade auch bei den großen Krebserkrankungen, wie zum Beispiel Brusskrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs auf jeden Fall eine Rolle mitspielt.

00:05:58: Nicht so, dass man jetzt sagen könnte, einfach Epigenetik berücksichtigen und es kann nichts passieren in Anführungszeichen, sondern man hat hier eben auch ein Werkzeug, um einfach sein Risiko für die Entwicklung so einer Erkrankung.

00:06:13: positiv zu beeinflussen.

00:06:16: Und natürlich wird die Epigenetik hier ganz interessant, weil ich eventuell die Möglichkeit habe, anhand epigenetischer Messungen vielleicht schon weit vor dem Entstehen einer Erkrankung ein gewisses Risikomerkmal zu erkennen, dass da vielleicht schon was in eine falsche Richtung geht, was man jetzt noch ganz anders beeinflussen könnte, als wenn dann erst mal die Krebserkrankung entstanden ist.

00:06:45: Also, das heißt, Epigenetik wird ganz interessant, schon mal vielleicht in einem ganz frühen Screening, um Risikoprofile zu entdecken und die dann eben gezielt auch zu modifizieren und dann auch diese Modifikation eben zu ermessen, quasi als Erfolgskontrolle.

00:07:03: Aber natürlich ist im Bereich der Onkologie es auch ganz interessant, okay, und wie kann ich denn jetzt tatsächlich, wenn die Krebserkrankung schon entstanden ist, vielleicht auch auf epigenetischer Ebene versuchen, hier therapeutisch eben einzugreifen?

00:07:19: Und es ist bisher bei einzelnen hematologischen Erkrankungen, da gibt es schon einige Arzneien, die tatsächlich epigenetisch dann ... eingreifen.

00:07:31: und epigenetisch eingreifen bedeutet, dass sie die Mechanismen beeinflussen können, die eben die Ablese-Häufigkeit eines Genes beeinflussen.

00:07:43: Also das genetische Material ist ja im Zellkern gespeichert, ist da schön verpackt, damit es da überhaupt Platz hat.

00:07:52: Denn wenn man das ausrollen würde, dann wäre das über zwei Meter lang, sind zwanzigtausend oder mehr Gene.

00:07:59: Und die Gene können nicht alle gleich gut ... abgelesen werden.

00:08:04: Und in jeder Zelle müssen ja von Haus aus, je nach Gewebe, auch ganz andere Gene abgelesen werden.

00:08:11: Oder vielleicht auch von der Häufigkeit der Intensität her.

00:08:14: Und deswegen gibt es viele Regulationsbausteine, die das sozusagen kontrollieren, so wie der Dirigent sein Orchester unter Kontrolle hat.

00:08:25: Und dann habe ich natürlich auch die Möglichkeit ... dass vielleicht ganz gezielt durch Medikamente auch kurzfristig zu beeinflussen.

00:08:35: Lebensstil wäre dann eher eine langfristige Geschichte über viele Monate, Jahre.

00:08:43: Und Medikamentös entsteht hier natürlich die sehr elegante Option, vielleicht direkt und schnell einzugreifen.

00:08:51: Und dann vielleicht so gezielt zu interminieren, dass ich nochmal ganz andere Möglichkeiten habe, dann eine bestimmte Krebserkrankung auch zu behandeln.

00:09:00: Darf ich dazu mal ein Beispiel fragen, wenn ich weiß, ob das richtig ist oder falsch, aber ich denke mal, jeder kennt Rauchen.

00:09:05: Und ich denke, es ist relativ ... Klar, oder zumindest zum größten Teil klar, dass wenn man raucht, die Wahrscheinlichkeit, dass man Lungenkrebs bekommen kann, sich erhöht.

00:09:13: Ich sage extra kann.

00:09:14: Es gibt auch Leute, die haben jahrzehntelang geraucht, haben nichts passiert, aber erhöhen kann.

00:09:19: Ist das auch, wäre zum Beispiel Rauchen jetzt ganz einfach gesagt, ein epigenetischer Aktiv, also wäre das Rauchen ein epigenetischer Aktivierungsfaktor, der quasi dort den Krebs sozusagen aktiviert dort oder begünstigt und dort in die Krebserkrankung entstehen kann?

00:09:35: Wenn ich aber rechtzeitig aufhöre mit dem Rauchen, ich quasi diesen Fakte wieder runter regulieren, diesen epigenetischen Faktor.

00:09:41: Ja, also da spielen mit Sicherheit auch epigenetische Faktoren eine Rolle, natürlich nicht nur.

00:09:47: Aber die Epigenetik geht man im Moment zumindest davon aus, lässt sich eigentlich bei keiner Erkrankung tatsächlich ausschließen.

00:09:59: Die spielt immer eigentlich mit eine Rolle.

00:10:03: dass man eben vielleicht sagen könnte, auf der einen Seite klar, wir haben natürlich unsere Genetik, wenn wir jetzt nicht von der Epigenetik sprechen, sondern von unserem genetischen Material haben wir natürlich in die Wiege gelegt bekommen.

00:10:18: Dann spielt aber die Epigenetik eine ganz wichtige Rolle, was wie oft abgelesen wird.

00:10:24: Und ich kann vielleicht Risikowahrscheinlichkeiten bestimmte Erkrankungen zu entwickeln.

00:10:31: dann eben auch um ein paar Prozent beeinflussen, indem ich Maßnahmen ergreife, die diese epigenetische Struktur positiv beeinflussen.

00:10:42: Aber ein paar Prozent können ja entscheidend sein.

00:10:47: Und ... Gesundheitsfördernde Lebensstile wirken ja auch nicht nur über die Epigenetik, sondern es ist eben eine gute Möglichkeit, wie man ... Effekte eines gesundheitsfördernden Lebensstils tatsächlich eben auch messbar machen kann und ein bisschen auch vielleicht so ein Anhalt hat, wie ist denn die aktuelle Situation über epigenetische Muster auch Rückschlüsse ziehen kann auf das biologische Alter oder auf das epigenetische Alter und dann eben tatsächlich auch Maßnahmen ergreifen kann, die mir dann auch die Möglichkeit geben, dann nach einem Jahr mal zu gucken.

00:11:28: Und wie hat sich jetzt das epigenetische Muster verändert?

00:11:31: Ist da auch was angekommen?

00:11:32: im Endeffekt?

00:11:36: Wie sieht das aus bei Diabetes?

00:11:38: Ist das auch so ein epigenetisches Thema?

00:11:41: Also Diabetes ist auch schon gut untersucht, hinsichtlich epigenetischen Einflüssen.

00:11:47: Und bei Diabetes spielen ja verschiedene Faktoren eine Rolle, also zum Beispiel die Produktion von Insulin in spezifischen Zellen der Bauchspeicheldrüse, aber dann auch, wie das Insulin eben perifer auf die Muskulatur zum Beispiel wirkt, weil ja das Insulin nicht nur in der Muskulatur, sondern generell die Aufnahme auch dann von Glucose in die Körperzellen einschleust.

00:12:16: Und bei all diesen Faktoren weiß man, dass auch epigenetische Regler tatsächlich eine Rolle spielen und bestimmte epigenetische Muster, das Risiko dann für die Entstehung einer Diabeteserkrankung eben erhöhen und durch Beeinflussung dieser Muster auch das Risiko reduzieren können.

00:12:37: Und da weiß man zum Beispiel auch schon gut, dass zum Beispiel der Lebensstil der Eltern, vor allem eben der Mutter, schon vor einer Schwangerschaft, aber dann auch gerade während der Schwangerschaft und dann auch noch mal die ersten Lebensjahre des Kindes ganz wichtige Phasen sind, in denen dieses epigenetische Muster, in denen da der Grundstein gelegt wird und in dem es dann auch noch mal entscheidend beeinflusst werden kann.

00:13:06: Ja, total krass.

00:13:08: Ich hab noch mal eine ganz spannende Sache, weil das Thema Auto-Immunerkrankungen ist ja immer so etwas, das kommt meistens erst später im Leben.

00:13:15: Ich meine, die meisten Erkrankungen kommen später im Leben, aber man ist ja so ein bisschen von der, man hat so biologisch gelernt, DNA ist DNA, das steht fest, da kann es nichts dran ändern und das kannst du nur vor der Geburt ändern.

00:13:27: Jetzt sind wir bei der Epigenetik schon mal weiter.

00:13:29: Und bei Auto-Immunerkrankungen find ich es sehr spannend, die entstehen ja meistens im Leben und ... Ich glaube mittlerweile immer mehr und mehr.

00:13:36: Da würde mich interessieren, wie wichtig ist der Anteil von der Epigenetik?

00:13:40: Einfach dieses Beeinfluss?

00:13:41: Oder ist es nur Lebensstil?

00:13:43: Oder ist es nur Predisposition der DNA?

00:13:46: Ja, also auch hier ist es ehrlich so, dass die Epigenetik eben eine relevante, aber eben auch eine kleine Rolle spielt.

00:13:55: Also es wird nicht so sein, dass die Epigenetik verschiedene Erkrankungen plötzlich völlig ... beseitigen wird oder zu hundert Prozent erklären kann.

00:14:07: Es wird sich immer in diesem Bereich bewegen, dass wir Risikowahrscheinlichkeiten beeinflussen können oder vielleicht auch die Intensität der Ausprägung einer Erkrankung beeinflussen können.

00:14:23: Aber es ist sehr davon auszugehen, dass es sich tatsächlich, dass es eigentlich keine Erkrankung gibt, die ohne epigenetischen Einfluss ist.

00:14:32: Und natürlich auch bei Autoimmunerkrankungen oder gerade eben chronische Erkrankungen, die auch eben mit dem Stoffwechsel zu tun haben.

00:14:42: Weil überall, wo wir einen dynamischen Prozess haben, Immunsystem, Regulation von Stoffwechselprozessen, Organ, Regeneration, gerade da brauchen wir natürlich die Epigenetik um diese kontinuierlich ablaufenden Prozesse.

00:15:00: zu steuern, wie eben in diesem Industriegebiet, in dem rund um die Uhr gewerkelt wird.

00:15:07: Und vor allem Erkrankungen, die von einem Funktionierenden dieser Prozesse eben abhängig sind.

00:15:14: Also eher die sich langfristig entwickelnden chronischen Erkrankungen sind natürlich dann epigenetisch auch ganz wichtig beeinflussbar.

00:15:23: Ja, absolut.

00:15:25: Dann kommen wir noch auf sehr, sehr Spannendes, nämlich die neurologischen Erkrankungen, Alzheimer und Parkinson.

00:15:30: packen sonst zum Beispiel, wie das da aussieht, ob das auch stark durch die Epigenetik beeinflusst wird oder eher nicht.

00:15:37: Genau, also bei den neurologischen Erkrankungen weiß man ja auch immer mehr auch, was zum Beispiel das Entstehen der Erkrankungen begünstigt und was Faktoren sind, die das Ganze günstig beeinflossen.

00:15:52: Da spielen natürlich viele Faktoren eine Rolle im zentralen Nervensystem.

00:15:55: Also wir wissen ja mittlerweile, dass zum Beispiel im Schlafstoffwechsel Endprodukte, die sich während des Wachsseins im Gehirn anhäufen, dann besonders gut entsorgt werden und dass das ... nicht nur dann für unsere Vitalität und Konzentrationsfähigkeit tagsüber wichtig ist, sondern dass diese Entsorgung, dieses Aufräumen auch ein wichtiger Faktor ist für die Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen.

00:16:27: Wir wissen zum Beispiel, dass stille Entzündungen eben auch auf das Nervensystem zum Beispiel Einfluss nehmen können und dann über eine chronische Belastung des zentralen Nervensystems eben auch chronische Erkrankungen unterstützen können.

00:16:44: Und das heißt, wir haben hier praktisch ständig potenziell schädigende Einflüsse und der Körper ist aber ständig damit beschäftigt, das auch zu reparieren, wieder abzubauen, auszugleichen.

00:16:57: und das sind halt einfach auch viele Dinge, die halt im natürlichen Alltag bei ganz physiologischem Arbeiten des Nervensystems anfallen.

00:17:07: Aber es ist wichtig, dass das eben wieder abgeräumt wird.

00:17:10: Und hier habe ich natürlich viele Enzyme, ich habe viele Stoffwechselprozesse, viele Wechselspiele.

00:17:18: Und das wird natürlich alles über unsere Gene gesteuert und ist ein kontinuierlicher Prozess.

00:17:25: Und wenn hier was nicht optimal eingestellt ist, dann macht sich das vielleicht nicht sofort akutbemerkbar, aber natürlich über viele Monate Jahre kann dann ein bestimmter Stoff akkumulieren oder sich eine Entzündung manifestieren, so eine unterschwellige Entzündung und dann natürlich auch zu der Entstehung solcher Erkrankungen beitragen.

00:17:46: Also eigentlich im Prinzip, genau die Epigenetik ist wie so das Schmierfett eines komplizierten Motors, könnte man sagen.

00:17:55: trägt einfach dazu bei, dass das alles schön rundläuft und alles seiner Funktion auch wirklich gut nachkommen kann und nicht irgendwo sich eingelenkt irgendwie festläuft oder sich irgendwo was ansammelt oder ein Filter verstopft oder irgendwas in der Art.

00:18:13: Gibt es denn sozusagen epigenetische Tests, wo man dann hingehen kann, sich testen kann und dadurch bestimmte Krankheitsrisiken vorhersagen kann?

00:18:21: Ja, das gibt es immer mehr.

00:18:23: Also was natürlich epigenetisch schon etabliert ist, ist das epigenetische Alter zu messen, was natürlich sehr interessant ist.

00:18:33: Total.

00:18:34: Denn im Prinzip lässt natürlich das epigenetische Alter dann auch schon viele Rückschlüsse darüber, wie langfristige Stoffwechselprozesse laufen, wie die Erholung, die Regeneration.

00:18:49: gesteuert ist.

00:18:50: Und hier kann ich natürlich, wenn ich mein biologisches Alter messe und dann Maßnahmen ergreife, um eben zu korrigieren, kann ich natürlich präventiv schon versuchen, vielen Erkrankungen wiederum die Auftretenswahrscheinlichkeit zu reduzieren.

00:19:08: Und dann haben wir gerade im Bereich der Onkologie eben diese Option, dass man vielleicht schon über bestimmte epigenetische Muster bestimmte Risikokonstellationen noch früher detektieren kann.

00:19:27: Aber ansonsten ist auch noch sehr viel da tatsächlich im Werden und im Fluss.

00:19:32: Und es gibt einige Tests, die dann auch nicht ganz umstritten, unumstritten sind, wo man noch nicht so genau weiß.

00:19:40: Wie ist da wirklich die Bedeutung im Endeffekt?

00:19:42: Also man muss das auch noch mit Vorsicht genießen und sich, glaube ich, da ein bisschen herantasten.

00:19:48: Und das ist ein Prozess, der wahnsinnig in der Entwicklung ist und da wird sicherlich in ein paar Jahren nochmal ganz anders ausschauen als heute.

00:19:58: mit ganz viel Potenzial natürlich in alle Richtungen.

00:20:02: Aber jetzt noch nicht so, dass man heutzutage sagen könnte, das sind irgendwelche standardmäßigen Tests, die man jetzt routinemäßig einsetzen könnte und irgendwie flächendeckend einsetzen könnte.

00:20:12: Die sind natürlich auch aufwendig, die sind teuer.

00:20:14: Man muss auch hier verschiedene Prozesse einleiten, um das tatsächlich vielleicht massentauglich dann zu bekommen im Endeffekt.

00:20:24: Und ist noch nicht so, dass man jetzt sagen könnte, man muss jetzt diesen oder jenen Test unbedingt machen.

00:20:30: Ja,

00:20:31: ich finde das sehr spannend.

00:20:32: Das heißt, wir sind gerade in so einer quasi an der Sperrspitze der Forschung, quasi mit der Epigenetik.

00:20:37: Genau.

00:20:38: Ich glaube, wir können jetzt, ohne dass wir ein Test machen, glaube ich, auch schon einiges beeinflussen positiv für unsere Epigenetik, aus dem, was du ja auch schon weißt und auch mitbekommen hast.

00:20:47: Und deswegen ist für mich auch die Frage, wie, also ... Was wir essen, verändert unsere Gene.

00:20:55: Wie beeinflusst die Ernährung unserer Epigenetik?

00:20:57: Wir haben schon von Lebensstilveränderungen gesprochen.

00:20:59: Aber lass uns konkret über die Ernährung sprechen, was da wichtig ist und was die wichtigsten Elemente sind, die wir zu uns nehmen und wie die auch die Epigenetik beeinflussen.

00:21:10: Im Endeffekt ist es ja, dass man jetzt tatsächlich auf jeden Fall schon so viel weiß, dass man sagen kann, unsere Lebensstilmaßnahmen wirken sich tatsächlich eins zu eins im menschlichen Körper aus.

00:21:25: Und so natürlich auch die Ernährung als ganz, ganz wichtiger Faktor.

00:21:31: Die Ernährung ist ja wirklich so die Basis eigentlich der Lebensstilmodifikationen.

00:21:38: Und natürlich müsste man es auch wieder individualisieren.

00:21:43: Also man kann es eigentlich nicht so ganz grob über einen Kamm scheren.

00:21:47: Aber es gibt natürlich viele Grundsätze, die man schon mal berücksichtigen kann.

00:21:52: Und man weiß eben, dass natürlich eine mediterrane Kost, zum Beispiel in vielen klinischen Studien, positive Einflüsse hat.

00:22:03: Das bedeutet im Endeffekt, dass man eben tierische Produkte etwas runterfährt von der Menge her, dass man viel Gemüse, Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe zu sich nimmt, gesunde Öle.

00:22:17: Es ist gar nicht mehr so, dass Fett generell verteufelt wird, sondern dass man eben differenzieren kann.

00:22:23: Es gibt sehr wichtige und wirklich als positiv einzuordnende Fette, mehrfach ungesättigte Fettsäuren zum Beispiel.

00:22:34: Und es gibt eben Fette, die man lieber vermeiden sollte, wie zum Beispiel Transfette.

00:22:39: ungünstig wirken sich auch schnell reservbare Zucker, also alles, was so richtig süß macht, als Süßungsmittel im Prinzip verwendet wird.

00:22:49: Weiß man eben tatsächlich auch, dass es das Verhalten von Insulin in unserem Körper dann modifiziert, dass es pro entzündliche Effekte im Endeffekt hat.

00:22:59: Also das heißt, Ja, man könnte eigentlich sagen, nichts, was man macht oder zu sich nimmt, bleibt ohne Effekt im Endeffekt.

00:23:08: Das heißt nicht, dass man aber jetzt wirklich sich zu hundert Prozent gängeln muss, sondern es kommt tatsächlich dann auch auf das durchschnittliche langfristige Verhalten an.

00:23:20: Also das heißt mal, darf jetzt... durchaus auch mal sein Stück Kuchen essen oder abends auch mal Süßigkeiten.

00:23:25: Es muss nicht rund um die Uhr nur asketisch und hoch gesund sein.

00:23:32: Aber man sollte eben langfristig im Mittel sich tatsächlich schon über seine Ernährung auf jeden Fall Gedanken machen.

00:23:42: Auf jeden Fall.

00:23:43: Was sind denn die wichtigsten Nährstoffe für eine gesunde Epigenetik?

00:23:48: Also natürlich gerade für diese ganzen Prozesse, die auch das Ablesen von Genen beeinflussen, brauchen wir natürlich Mikronährstoffe, die auch als Koenzyme und Co-Faktoren in diesen ganzen Prozessen eben funktionieren.

00:24:06: Und da haben wir tatsächlich nicht irgendwelche Substanzen, die man vielleicht noch nie gehört hat und die jetzt ganz, ganz neu plötzlich in Spiel kommen, sondern es ist ganz viel von dem, was man eigentlich auch schon kennt, wie zum Beispiel die Folsäure, B-Vitamin, B-Zwölf oder überhaupt alle B-Vitamine, wie Zink und Selen.

00:24:29: Man weiß ja zum Beispiel, wenn jetzt eine Schwangerschaft ... bevor steht oder festgestellt wird, dann wird ja auch die Schwangerin mit bestimmten Vitaminen höher dosiert versorgt.

00:24:42: Also man wusste auch schon vorher, dass das eine wichtige Rolle spielt, aber hier weiß man eben, dass es speziell auch für die Epigenetik, für die enzymatischen Abläufe, die für die Regulierung dieser Prozesse notwendig sind, eben einfach bestimmter Co-Faktorenbedarf.

00:24:58: Und was eben auch wichtig ist, aber da geht es dann schon so ein bisschen ins Chemische hinein, Ein Prozess, der eben das Ablesen von Genen beeinflusst, ist die sogenannte Methylierung.

00:25:11: Also Methyl ist eben so eine kleine chemische Stoffgruppe, die an Gene eben angehängt werden kann und die das Ablesen erschwert.

00:25:23: Und wenn ich da viele Methylgruppen angehängt habe, dann ist das Ablesen des Genes eben besonders schwierig.

00:25:29: Und wenn das jetzt mal wegen ein Onko-Gen ist, was die Entstehung einer Krebserkrankung fördern könnte, dann ist es natürlich günstig, wenn ich das nicht so ohne Weiteres so häufig ablesen kann.

00:25:42: Aber um eben diese Methylierung dann umsetzen zu können, brauche ich natürlich Nährstoffe, die mir auch diese Methylgruppen dann im Endeffekt liefern.

00:25:55: Und glücklicherweise, wie auch die Natur es schon so oft eben eingerichtet hat, ist eben tatsächlich in der Kost, die wir jetzt als gesund und ausgewogen betrachten, sind eben auch genau die Substanzen und die Stoffe, die uns eben ausreichen, dann auch tatsächlich solche Mythylgruppen zur Verfügung stellen.

00:26:18: Also das heißt, man braucht eigentlich nicht eine ganz Besondere, noch mal uneigene Diät oder noch mal irgendein Lebensmittel, was man jetzt in rauen Mengen noch zusätzlich vertilgen müsste, sondern tatsächlich mit einer Mediterranin, mit einer eher vegetativ, vegetarisch orientierten Kost, bin ich eigentlich da wirklich auf der richtigen Seite und bin mit all dem versorgt, was ich auch für diese Prozesse eben brauche.

00:26:50: Ich wollte mich eigentlich fragen, als nächstes, ob es denn eine epigenetisch optimale Ernährungsform gibt.

00:26:56: Wir haben jetzt gerade über Zucker gesprochen, wir haben über schlechte Fette gesprochen, das mal ausgenommen.

00:27:02: Das heißt, militärane und auch durchaus eine pflanzliche Ernährung ist dann wahrscheinlich das Optimale an der Stelle,

00:27:07: oder?

00:27:07: Genau, das ist das Optimale.

00:27:09: Und es ist tatsächlich im Endeffekt ein Zusammenspiel zwischen allen Funktionseinheiten des menschlichen Körpers.

00:27:19: Im Endeffekt habe ich überall eine Wechselbeziehung.

00:27:22: Ich habe eine Wechselbeziehung zum Beispiel zwischen dem Darm, Mikrobiom und der Epigenetik.

00:27:29: Ich habe eine Wechselbeziehung zwischen einer möglichen Silent Inflammation und der Epigenetik.

00:27:35: Also das heißt, alle Dinge, die zum Beispiel die Darmflora... positiv unterstützen, fördern, die chronische Entzündungen beeinflussen, zum Beispiel, die den Stoffwechsel einfach auf gesunde Beine stellen, entlasten, die den Stresspegel senken, die den Schlaf fördern und damit eben die Regeneration im Schlaf.

00:27:58: Das sind alles Faktoren, die sich dann auch unmittelbar eben epigenetisch bemerkbar machen.

00:28:07: Und ... Die Epigenetik ist hier quasi ein Abbild der körperlichen Prozesse, die durch solche Lebensstil-Modifikationen initiiert werden können.

00:28:19: eine gesunde Ernährung.

00:28:21: Ich hab natürlich auch die Bewegung ganz, ganz wichtig.

00:28:24: Ich sollte eben gucken, dass der Körperfettanteil nicht so groß ist.

00:28:31: Da haben wir natürlich vor allem das Bauchfett, was sich eben wieder bei chronischen Entzündungen ungünstig auswirken kann.

00:28:39: Entspannung ist eine ganz wichtige Geschichte, weil wir eben in der heutigen Zeit eher in so einem chronischen Stress ...

00:28:45: Ja.

00:28:46: Zustandsinn und so ein bisschen die Möglichkeit fehlt, das körperlich auszuleben.

00:28:51: Aber der Stress uns ja eigentlich vorbereitet, dass wir jetzt körperlich irgendeiner Gefahr entkommen müssen oder kämpfen müssen.

00:28:59: Das heißt, da haben wir eben so ein chronisches Stresslevel.

00:29:02: Ja, der Schlaf wichtig, um eben viele regenerative Prozesse anzustoßen.

00:29:08: Soziale Kontakte sind wichtig, dass man auch irgendwie das Gefühl hat, man ist so ein bisschen ... Man hat quasi sein Leben in der Hand in Anführungszeichen, ist jetzt nicht irgendwelchen ungünstigen Rahmenbedingungen hoffnungslos ausgeliefert, sondern kann selber auch aktiv sein Schicksal mitgestalten.

00:29:29: Das alles sind sozusagen Faktoren, die man früher vielleicht einfach so als, naja, naturheilkundlich.

00:29:37: ist gesund, man weiß vielleicht nicht so ganz genau warum, aber es hört sich mal logisch an und das kann man heutzutage alles dann noch mal wissenschaftlich untermauern.

00:29:47: Nicht nur eben durch die Epigenetik, sondern auch durch ganz viele andere Faktoren, aber eben ganz spannend auch der Bereich der der Epigenetik.

00:29:58: Das würde aber, also dann ist für mich die Frage.

00:30:02: Kann ich denn durch eine Ernährungsumstellung auch epigenetische Schäden reparieren, wenn ich mich jetzt wieder besser ernähre?

00:30:07: Also wir haben ja gesagt, ich soll nicht viel Zucker essen, Transfette sind schlechter, Oxidativer Stress ist schlecht, hast du auch gerade gesagt.

00:30:14: Da sind wir jetzt voll drin.

00:30:15: Und jetzt sage ich, okay, ich ändere mein Lebensvandal, ich ändere aber auch vor allen Dingen meine Ernährung.

00:30:21: Könnte ich damit dann die epigenetischen Schäden reparieren?

00:30:24: Ja, definitiv.

00:30:25: Also ich ... habe damit natürlich Einfluss auf mein epigenetisches Muster.

00:30:31: Und ich werde dieses epigenetische Muster definitiv verändern.

00:30:35: Und es ist jetzt vielleicht übertrieben zu sagen, ja gut, da ist ein Schaden und der wird dann wirklich repariert.

00:30:43: Aber ich kann eben Wahrscheinlichkeiten, bestimmte Erkrankungen vielleicht zu entwickeln, kann ich günstig beeinflussen.

00:30:53: Und das wäre eben über die epigenetischen Marker dann natürlich auch nochmal auf molekularer Ebene messbar im Prinzip.

00:31:05: Also ich habe dann auch eine Erfolgskontrolle und je weiter sich das hier entwickelt auf diesem Gebiet, umso genauer wird das.

00:31:13: Um so präziser werden dann auch die Vorhersagen und die Interpretationen der Befunde.

00:31:20: Also da ist auf jeden Fall ein ganz spannendes Gebiet, wo sich sicherlich eine Menge entwickeln wird und wo sehr viel Potenzial vorhanden ist.

00:31:31: Dann lass uns mal zum Lebensstil übergehen und der epigenetischen Selbstbestimmung.

00:31:37: Was sind nochmal die wichtigsten Punkte, gern auch inklusive der Ernährung?

00:31:42: die ich konkret tun kann, um meine Epigenetik positiv zu beeinflussen.

00:31:45: Also Ernährung hatten wir gerade oder das ist auch Bewegung schon angesprochen.

00:31:49: Lass uns nochmal die wichtigsten Punkte zusammenfassen für unsere Hörer und dann da nochmal weiter einsteigen.

00:31:55: Genau, also Bewegung.

00:31:57: Jetzt ist natürlich die Frage, was ist eine gesunde Bewegung?

00:32:00: Also bei Bewegung sprechen wir in etwa von einhundertfünfzig Minuten moderater Bewegung pro Woche.

00:32:10: Also das wäre durchaus machbar.

00:32:13: Moderate Bewegung bedeutet eben zum Beispiel ein schnelles, intensives Spazieren gehen oder ein leichtes Joggen.

00:32:22: Das ist schon als moderate Bewegung abzuspeichern.

00:32:27: Und besonders schön ist, ich muss nicht am Stück diese Hundertfünfzig Minuten leisten, sondern ich kann tatsächlich stückeln.

00:32:34: Also das heißt auch zehn Minuten Abschnitte, zwanzig Minuten Abschnitte zählen damit rein.

00:32:40: so dass es doch möglich erscheint, es in den Alltag dann auch wirklich zu integrieren.

00:32:46: Und diese Hundertfünfzig Minuten in etwa eben dann auch ein realistisches Ziel darstellen, was sich in den eng getakteten Alltag integrieren lässt.

00:32:58: Schön wäre es dann noch, wenn man wenigstens zweimal in der Woche wirklich auch die großen Muskelgruppen etwas trainiert.

00:33:04: Also das kann einfach eine intensive Gymnastik zum Beispiel sein.

00:33:08: Das muss jetzt kein Bodybuilding in dem Sinne sein.

00:33:11: Aber damit habe ich auf jeden Fall schon mal in meinem Bewegungsapparat auf der sicheren Seite.

00:33:18: Und man muss ja auch fairerweise sagen, man weiß heute auch schon, dass jetzt extreme körperliche Belastungen tatsächlich auch zu viel sein können.

00:33:28: Also das heißt jetzt ein Profisportler, der belastet seinen Körper schon und kann durchaus sein, dass das darüber hinaus dann auch ungünstige Resultate hat.

00:33:41: Also man muss es jetzt auch gar nicht in dem Sinne wirklich übertreiben oder sich die höchsten Ziele setzen.

00:33:48: Gleichzeitig ist dann natürlich wichtig, Phasen der Regeneration einzubauen, also das heißt auch der Körper, aber natürlich auch der Geist braucht einfach Phasen der Entspannung.

00:33:59: um eben das Stresslevel nicht so hoch zu halten, weil chronischer Stress einfach viele Stoffwechselprozesse negativ beeinflusst, eben dann auch wieder Adipositas zum Beispiel fördert, Konzentration beeinträchtigt, stille Entzündungen unterstützt, also das heißt wirklich durch aktive Entspannungsmaßnahmen habe ich eine Möglichkeit mir nicht nur direkt was Gutes zu tun für mein unmittelbares Wohlbefinden, sondern tatsächlich auch ganz viele gesundheitsrelevante Aspekte eben anzustoßen, auch langfristig positiv zu beeinflussen.

00:34:33: und das kann man eben auch messen und jetzt und auch in Zukunft epigenetisch, aber es gibt auch schon ganz andere Parameter, an denen man eben auch in klinischen Studien feststellen kann, wie sich wirklich etablierte Entspannungsverfahren auf Hormone-Level, auf die Stressachse im Körper, auf chronische Entzündung eben tatsächlich auswirken.

00:34:57: Der Schlaf ist natürlich immer ein ganz entscheidender Faktor.

00:35:01: weil wir eben auch erkannt haben, dass im Schlaf sehr viele regenerative Prozesse gerade auch im zentralen Nervensystem stattfinden.

00:35:11: Und dass ein gestörter Schlaf tatsächlich auch wieder chronische Entzündungen fördert, Neurodegenerative Erkrankungen fördert, unsere Leistungsfähigkeit reduziert, das Stresslevel wieder erhöht.

00:35:23: Also im Prinzip hängt alles immer mit allem zusammen und ich habe hier halt viele kleine Einflussfaktoren.

00:35:29: um mir was Gutes zu tun und langfristig meine Gesundheit positiv zu beeinflussen.

00:35:35: Und die Ernährung, wir haben halt leider heutzutage so ein bisschen auch das Pech.

00:35:43: Wir haben zwar nicht mehr Hunger zu leiden, das ist natürlich ganz fantastisch und toll.

00:35:48: Aber ... Mittlerweile ist Ernährung auch schon viel mehr, als sich jetzt das Wichtigste zuzuführen, sondern es ist natürlich, hat viel mit Genuss zu tun.

00:35:59: Es hat viel mit Luxus zu tun.

00:36:01: Es wird natürlich viel Geld damit gemacht und muss auch was sein, was quasi massentauglich ist.

00:36:09: Und das hat tatsächlich dann schon dazu geführt, dass es viele Entwicklungen gibt, die uns überhaupt nicht mehr gut tun.

00:36:18: Also über den reinen Überfluss an Kalorien natürlich deutlich hinaus.

00:36:23: Ich habe eben weit verarbeitete Lebensmittel, die wiederum chronische Entzündungen fördern, die wiederum Nahrungsmittel Unverträglichkeiten triggern können, die uns dann durch mögliche Zusatzstoffe eben wiederum vielleicht mit Toxinen belasten können.

00:36:41: oder eben in diesen Verarbeitungsprozessen sind vielleicht gerade die Dinge, die positiv für unseren Körper sind, dann eben eliminiert oder aufgebrochen.

00:36:51: Also das heißt, hier haben wir viele ungünstige Entwicklungen und wir haben natürlich von vielem einfach einen totalen Überfluss und haben uns da mit der Zeit auch einfach daran gewöhnt.

00:37:02: Also es erscheint gar nicht mehr so, als wäre es ein Überfluss, sondern es ist eigentlich der Alltag.

00:37:10: Und auch hier ist es so, man kann ja tatsächlich neue Gewohnheiten etablieren.

00:37:17: Es dauert aber eine gewisse Zeit und das ist sozusagen die vielleicht etwas harte Zeit, wo man durch muss.

00:37:25: Also wenn man jetzt seine Ernährung zum Beispiel umstellt, dann macht er eh immer nur eine langfristige Ernährungsumstellung einen Sinn.

00:37:33: Aber trotzdem ist es so, dass es einem in der ersten Phase erst mal für einige Wochen oder auch Monate vielleicht etwas schwerer fällt, weil man halt alte Muster ablegt, alte Gewohnheiten ablegt und sich auch erst mal an den neuen Stil der Ernährung vielleicht gewöhnen muss, vielleicht merkt man auch Verdauungsprobleme, Unregelmäßigkeiten vorübergehend.

00:37:56: Aber man kann es dann tatsächlich etablieren und dann wird es auch zu dem neuen Normalzustand.

00:38:03: Das heißt, man vermisst nicht mehr, was man früher so gern gegessen hat und vielleicht dem Überfluss zu sich genommen hat.

00:38:10: Sondern man kommt in die neue Art der Ernährung rein, ist dann damit einfach glücklich zufrieden und vermisst das Alte gar nicht.

00:38:19: Und hier muss man natürlich, denke ich, vor allem die Leute motivieren.

00:38:24: dass man diese Phase, in der man sich in so einer Umstellung befindet, alte Muster aufbrechen muss, neue etablieren muss, dass man vor allem hier eben nicht in Faden verliert, sondern die Motivation beibehält.

00:38:37: Und dann ist es wie bei allem anderen ja auch, auch bei Bewegungen, zum Beispiel, es ist nicht ein lebenslanger Kampf, den ich dann mit einer Diät zum Beispiel eingehe, sondern es ist ... eine Umstellungsphase.

00:38:50: Und da muss ich durch.

00:38:52: Und dann kann ich aber sagen, dann habe ich es eigentlich geschafft und wundere mich wahrscheinlich retrospektiv, warum ich das noch nie früher in Betracht gezogen habe, weil es mir so gut damit geht.

00:39:04: Aber diese Monate der Übergangsphase, die sind eben das, wo man wirklich dann eigentlich die Patienten begleiten muss, beraten muss, unterstützen muss, motivieren muss.

00:39:15: Genau.

00:39:16: Und das ... kann man vielleicht jedem eigentlich noch mal so mitgeben.

00:39:22: Es ist so wie mit dem Rauchen aufhören vielleicht.

00:39:25: Das ist halt noch mal viel härter.

00:39:27: Aber das heißt, wir haben wirklich auch bei einer Ernährungsumstellung in der Regel so eine Art Entzugsphase.

00:39:35: Ganz viele positive Dinge sind auch mit der Ernährung verknüpft.

00:39:39: Weil sie nicht nach einem anstrengenden Arbeitstag, abends auf dem Sofa, das muss ich was gönnt sozusagen, die Belohnung.

00:39:46: Zentren im Gehirn aktiviert.

00:39:49: Und es ist auch bei einer Ernährungsumstellung dann wie ein Entwöhnen und Abtrainieren sozusagen schlechter Eigenschaften.

00:39:57: Das kommt einem dann erst mal unglaublich hart vor.

00:40:01: Und wenn man sich dann denkt, oh, und das bis ans Ende meines Lebens, da verliert man schon gleich die Lust, am Ball zu bleiben.

00:40:08: Aber das ist ja nur die Übergangsphase.

00:40:10: Also nach drei, vier Monaten hat man es ja geschafft.

00:40:13: Das heißt, dann fühlt man sich eigentlich mit diesen neuen Gewohnheiten glücklich, zufrieden.

00:40:19: Man merkt auch, dass körperlich was ankommt.

00:40:22: Und muss dann eben alles andere als für den Rest seines Lebens tatsächlich dann unter einer sehr restriktiven Diät leiden.

00:40:31: Ja.

00:40:31: Sensationell.

00:40:32: Vielen Dank, dass wir nämlich meine letzte Frage auch gewesen.

00:40:34: Wie komme ich denn dadurch durch diesen Wandel?

00:40:36: Wie komme ich dadurch, dass ich dann ... ... nicht zurückgeworfen werde wie dann alte Musterverfalle, ... ... weil das ist nämlich wirklich sehr schwer ... ... und das ist auch so schön gezeigt.

00:40:43: Ich glaube auch, wenn man da ... ... wirklich Schwierigkeiten mit hat, ... ... dann sollte man sich dort auch ... ... professionelle Hilfe holen, ... ... weil es gibt natürlich Methoden ... ... und das ist nicht die eigene Motivation.

00:40:52: Das ist nicht, dass man nicht ... ... motiviert ist, das zu tun oder nicht ... ... den Willen hat, sondern die ... ... ich sag mal so die ... ... Muster, die man sich erarbeitet hat ... ... über viele Jahre.

00:41:02: Der Körper ... ... und die Hormone und auch der ... Kopf kämpfen dagegen, in diese Muster zu brechen.

00:41:09: Und es ist härter, als man denkt, da braucht man dann durchaus mal richtig Hilfe.

00:41:12: Manche Sachen schafft man auch selber, aber es gibt Millionen von Beispielen, die es nicht geschafft haben, Rauchen aufzuhören, weil es sehr, sehr schwierig ist, weil es wirklich auch ein Gewohnheits- und auch ein Suchtfaktor ist.

00:41:21: Und deswegen sollte man dann sehr stark darauf hören, was der Robert Schmidt hier gerade gesagt hat, weil es nämlich unfassbar spannend ist und man braucht dort ... wirklich diese Zeit, um über diesen Punkt zu kommen.

00:41:31: Was ist der Punkt?

00:41:32: Sind es dreißig Tage ungefähr oder sind es einundzwanzig Tage?

00:41:35: Ich weiß, es gibt einen speziellen Punkt der Entwöhnung.

00:41:37: Dann ist man da raus, ne?

00:41:38: Ja, also das kann man natürlich auch nicht über einen Kamm scheren.

00:41:40: im Endeffekt, aber so Pi mal Daumen muss man schon sagen, bevor sich neue Muster etabliert haben.

00:41:47: Also da vergehen schon mindestens drei Monate.

00:41:49: Wahnsinn, drei Monate.

00:41:52: Wahnsinn.

00:41:52: Ja, zu wahnsinnig.

00:41:53: zusammenfassend können wir sagen, Epigenetik zeigt uns, dass wir den Genie nicht hilflos ausgeliefert sind und das ist eine ganz, ganz tolle Botschaft an der Stelle.

00:42:00: Auch wenn wir uns vielleicht in den letzten Jahren, ich sage mal, schlechter Nährt, wenig bewegt haben, viel gestresst haben, besteht immer noch die Hoffnung.

00:42:07: Wir können das alles reparieren.

00:42:08: Wir müssen nur unseren Lebensstil ändern.

00:42:11: Stressmensch mit einführen, besser schlafen, mehr bewegen, besser ernähren.

00:42:15: Das ist ja gerade gesagt auch hier aus vegetarisch.

00:42:20: Was, wer hat nur zwei Sachen gesagt?

00:42:22: Vegetarisch und weniger Zucker, weniger Transfette waren die Sachen, ne?

00:42:25: Genau,

00:42:26: genau.

00:42:27: Und ja, damit können wir die Geneaktivität, also die epigenetische Aktivität positiv beeinflussen und können uns vor allem den Vorteil bereiten, da drauf schon mal, was in Zukunft kommen wird, vielleicht in fünf oder zehn Jahren, wo wir dann deutlich weiter sind.

00:42:41: Wir prägen tatsächlich mit unserer Gesundheit auch die Generationen, die nach uns folgt.

00:42:44: Das ist auch super spannend.

00:42:45: Und wir selber wurden aber geprägt von der Generation vor uns.

00:42:48: Ich glaube, das kann man vielleicht auch nochmal mitnehmen, werden Eltern und jüngeren Menschen beibringen.

00:42:55: Und ja, werden Sie auf jeden Fall aktiv?

00:42:58: Nehmen Sie diese Änderungen, diese Impulse mit?

00:43:00: Denken Sie auch generationsübergreifend und nutzen Sie auch die Macht der Prävention, auch wenn wir nicht genau wissen, was Epigenetik beeinflusst.

00:43:07: Die Sachen, die Robert Schmidt gerade gesagt hat, sind ja allgemeingültig wohltuhend.

00:43:13: Mehr Bewegung hat noch niemand geschaltet, außer zu viel.

00:43:15: Dann sind wir wieder im Hochleistungs- stressbereich natürlich.

00:43:19: Und bleiben Sie hofflungsvoll, weil es nie zu spät ist, um epigenetische Veränderungen zum Positiven zu bewirken.

00:43:24: Das finde ich auch ganz, ganz toll.

00:43:26: Und seien Sie vorhin auch neugierig, was da jetzt in Zukunft noch passieren wird.

00:43:29: Deswegen, also vielen lieben Dank nochmal fürs Zuhören heute.

00:43:33: Und wenn es Ihnen gefallen hat, dann liken Sie sie natürlich gerne den Kanal.

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00:43:44: Und ich hoffe, Sie haben was gelernt und wie gesagt, bleiben Sie gesund und bis zum nächsten Mal.

00:43:49: Ganz wichtig, wir machen hier einen Informations-Podcast und keine direkte ärztliche Beratung.

00:43:54: Das heißt, alle ... Empfehlungen, die sie hier in dem Podcast hören, alle Anweisungen, die sie im Podcast hören, sind immer für ihre individuelle Situation vorher mit ihrem Arzt oder Therapeuten abzuklären.

00:44:04: Da wir ihre individuelle Situation nicht kennen, können wir nur allgemeine Empfehlungen geben, die wir natürlich aus dem fachlichen und wissenschaftlichen Kontext kennen, aber diese könnten für ihre individuelle Situation vielleicht nicht die Richtige sein.

00:44:16: Und deswegen ist es wichtig, diese immer noch mal mit ihrem Arzt und Therapeuten abzuklären.

00:44:20: Das war's mit dieser Folge von Schulmedizin trifft Naturheilkunde.

00:44:25: Werden Sie zum Partner Ihrer Gesundheit.

00:44:28: Bis zur nächsten Folge.

00:44:30: Bleiben Sie gesund.

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